Neu von Lenz: Der MCi 43

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Im letzten Quartal 2016 lieferte Lenz seinen letzten Personenwagen, den MCi 43, aus. Dieser Wagen ist zeitgleich in drei Varianten erschienen: Als Raucher- und als Nichtraucherwagen der DB und als Nichtraucher der DR! Ein Exemplar dieses Modells fand den Weg auf meinen weihnachtlichen Gabentisch und erfreute mich zur Bescherung. Dieses Modell möchte ich nun gerne vorstellen.
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Das Modell ist typisch Lenz, wird also in einer normalen Lenz-Schachtel geliefert, ist gut und sicher verpackt und eine Anleitung für den verbauten Decoder (für die Beleuchtung) liegt bei. Der Wagen wurde schnell aufs Gleis gestellt und mit der für Lenz-Personenwagen bekannten Adresse und den entsprechenden Funktionstasten wurde die Beleuchtung eingeschaltet. Beleuchtet sind der Innenraum und die beiden Bühnen.
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Die Beleuchtung ist wie bei Lenz üblich dimmbar, wobei die Beleuchtung der Bühnen meines Erachtens nicht gedimmt werden muss. Anders die des Innenraums, die mir zu hell ist.
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Der Blick unter den Wagen zeigt ein lenztypisches Fahrwerk, bei dem bis auf die Hauptluftleitung alles wesentliche gut nachgebildet ist. Das Fehlen der Hauptluftleitung wird nur wenige Modellbahner stören, den meisten fällt das nicht mal auf. Schlimmer scheint aber, wie ein paar Spur 0er berichteten, zu sein, dass das der erste Lenz-Wagen ist, der nicht einfach auf Original-Kupplung, die auch nicht als Tauschkupplung beiliegt, umgebaut werden kann. Ich habe meinen Wagen nicht umgerüstet, da ich ihn mit NEM-Kupplung betreiben möchte.
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Deutlich mehr fällt auf, dass der Aufbau leider nicht frei von Abweichungen zum Vorbild ist. Die für das Vorbild markanten Z-Profile wurden stark vereinfacht nachgebildet. Okay, um den Produktionsprozess zu vereinfachen, mag das erforderlich gewesen sein, aber mich hat die Profilnachbildung schon enttäuscht.
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Eine weitere Enttäuschung waren die Fenster und deren Rahmen. Die Fensterrahmen waren schon in Spur-0-Foren Gesprächsgegenstand. Und zwar ging es hier um den Anstrich, der nach den Anstrichrichtlinien der Bundesbahn vorbildgerecht in Wagenkastenfarbe ausgeführt worden ist. Heutige Museumswagen weisen aber holzfarbene Fensterrahmen auf, so dass manche Modellbahner hier der Meinung waren, dass die Lenz-Ausführung nicht korrekt sei. Doch wie gesagt, die Anstrichrichtlinien sehen vor, dass Holzbauteile in Wagenkastenfarbe zu streichen sind – so wie geschehen. An einer Stelle habe ich aber ein Bild eines MCi gesehen, der abgesetzt angestrichene Fensterrahmen in Epoche III gehabt hat. So gesehen scheint es nichts zu geben, was es nicht gegeben hat. Mir gefallen die grünen Fensterrahmen, was die Farbe angeht, gut. Aber die Form des oberen Rahmens gefällt mir gar nicht. Beim Vorbild sind beide Scheiben gleich groß, im Modell hingegen nicht.
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Das fällt schon sehr auf und stört mich sehr. Ich habe beim Vorbild mal gesucht und Bilder gefunden, bei denen die Fensterrahmen genauso aussehen wie im Modell. Aber dann ist immer der obere Teil des Fensters geöffnet gewesen – dann wird der Rahmen der oberen Scheibe nach innen gezogen und hinter der unteren Scheibe abgestellt, natürlich in Gleitbahnen geführt. Dadurch vergrößert sich die Rahmenöffnung auf das Maß im Modell. Nur ist dann keine Scheibe oben zu sehen.
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A propos Scheibe: Im unbeleuchteten Zustand fällt der Glaseinsatz nicht negativ auf, aber wenn die Innbeleuchtung eingeschaltet ist, sieht man einen „Pseudo-Fensterrahmen“ – siehe das zweite Bild von oben. Dieser Rahmen ist nur sichtbar, weil der Einsatz nicht massiv ist, sondern von innen ausgenommen ist. Man sieht also quasi den Steg, der von der Hinterseite des Einsatzes nach vorne führt. Wäre der Einsatz massiv ausgeführt worden, wäre dieser Effekt nicht gegeben. Mich stört dieser „Pseudo-Rahmen“ so sehr, dass ich meinen Freund Jürgen Moog schon gebeten habe, mal zu prüfen, ob er mir passende massive Fenstereinsätze zu fertigen. Wenn das was geworden ist, dann werde ich diese hier vorstellen.
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Im Innenraum hat Lenz ein einfaches Gestühl nachgebildet, welches einfach aus Brettern und Latten besteht. Dieses Gestühl war ebenfalls schon Diskussionsthema in den Foren, wurden doch die ersten MCi 43 noch mit Kontursitzen aus Holz ausgeliefert, die altbrauchbar vorhanden waren. Zeitgenössische Aufnahmen zeigen aber auch genau diese Sitze, so dass Lenz hier durchaus die richtige Inneneinrichtung nachgebildet hat. Man kann sich höchstens wundern, wie mit diesen Sitzen die angeschriebenen 52 Sitzplätze ermöglicht werden sollen – es reicht gerade mal für 44 Preiserlein. Der Grund könnte sein, dass Lenz sich bei der Anordnung der Sitze an der Fensterteilung orientiert hat, wobei das beim Vorbild nicht geschah, da waren die Sitzreihen enger, so dass noch 1 Abteil mit zweimal 4 Sitzen mehr hineinpasste. Mein Freund Jürgen Moog hat einen Umbausatz mit den Kontursitzen in Vorbereitung. Vielleicht baue ich meinen Wagen um, dann werde ich berichten.
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Mein Fazit: Das Modell des MCi 43 von Lenz ist ein ordentliches Spur-0-Modell mit Mängeln in der Vorbildumsetzung. Während die fehlende Hauptluftleitung und die falsche Ausführung der Profile im Betrieb nicht auffallen werden, sind die unterschiedlichen Fenstergrößen und die „Pseudo-Rahmen“ im Glaseinsatz schon eklatant auffällig. Das Modell passt aber sehr gut in den Modell-Park der Firma Lenz und auf nahezu jede Epoche-III-Nebenbahn.
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