Neu von Lenz: Der Gms54 mit Handbremsbühne und PVC-Dach

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Bereits im vorigen Monat hat Lenz den ersten Wagen seiner „neuen“ gedeckten Güterwagen, den Gms54, ausgeliefert. „Neuer“ Wagen aufgrund seiner Optik, sieht der Gms54 doch schon aus wie die bekannten UIC-Standard-G-Wagen, ist aber keiner! Vielmehr entstand er aus Vorkriegswagen, die grundlegend umgebaut wurden, um noch viele Jahre als moderner Güterwagen genutzt zu werden. Der Gms54 ist größer als die Vorkriegswagen, hatte größere Türen und war somit auch für die Verlader von Interesse.

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Das Modell von Lenz gibt das Vorbild bei einer Modelllänge von 247 mm sehr gut wieder. Nicht nur die beiden großen Schiebetüren lassen sich öffnen, sondern auch die vier Lüftungsöffnungen am Aufbau. Wenn man eine Lüftungsklappe öffnet, sieht man dahinter ein sehr feines Gitter – wie beim großen Vorbild! Die Schiebetüren lassen sich öffnen, nachdem die Verriegelung geöffnet wurde. Dieser Verriegelungshebel war zumindest bei meinem Modell nicht beweglich, so dass die Entriegelung über die Dehnbarkeit des Materials vorgenommen werden musste. Die Schiebetür lässt sich sowohl in geschlossenem Zustand wie auch einen Spalt geöffnet arretieren.

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Der optische Eindruck des Wagens ist gelungen, er zeigt einen fabrikneuen Gms54 im Erscheinungsbild der späten 50er Jahre.

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Die Bremserbühne ist sauber nachgebildet, ich musste allerdings das Geländer leicht richten, was aber aufgrund der Materialwahl kein Problem darstellte.

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Das Laufwerk des Güterwagens sieht auf erstem Blick so aus wie alle Lenz-Wagen: Sauber durchgestaltet mitsamt Nachbildung der Bremse. Der Bereich hinter der Pufferbohle bis zur Achse wird von der Kinematik der NEM-Kupplung in Anspruch genommen. Dementsprechend fehlt hier die Nachbildung der Hilfslangträger, was aber kein Problem beim Einsatz des Wagens darstellt. Die Radlager entsprechen denen eines Gleitlagers, was dem Vorbild entspricht, da hier beim Vorbild die Radlager der Spenderwagen verwendet wurden. Erst später wurden die Gms54 mit Rollenlagern ausgestattet.

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Der genauere Blick unter das Fahrwerk zeigt, dass Lenz hier keinen typischen Güterwagen mit U-förmigem Langträger nachgebildet hat, sondern einen Langträger aus Hohlprofil zeigt. Diese Hohlprofil-Langträger kennt der Modellbahner vom Omm52 und den damit verwandten Güterwagenbauarten. Mir ist nicht bekannt, dass es Gms54 mit dieser Art von Langträger gegeben hat. Auch die „Güterwagen-Literatur Nummer 1“, das Buch „Güterwagen Band 1 – Gedeckte Wagen“ von Stefan Carstens aus dem MIBA-Verlag nennt diese Abweichung bei der Rahmenbauart nicht. Alle Bilder in diesem Buch sowie die Zeichnungen zeigen herkömmliche Rahmen. Da hier kein U-Rahmen nachgebildet wurde, konnten auch die typischen Verstärkungen der Schakenböcke im Profil nicht nachgebildet werden. Im Betrieb wird der normale Spur 0er diesen Unterschied bei der Rahmenbauart nicht wahrnehmen, da der Aufbau übersteht und somit den Rahmen verdeckt. Nur im Bereich der Bremserbühne ist der anders wirkende Langträger sichtbar.

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Das Modell rollt lenztypisch gut im Gleis, die NEM-Kupplungen kuppeln leicht mit den Testfahrzeugen und es gibt den Eindruck eines Gms54 sehr gut wieder.

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Der Wagen wiegt 312 g – nach der NEM 302 wäre die Empfehlung, dass das Modell 247 g wiegen sollte. Allerdings erlaubt die NEM 302 eine Überschreitung um 30%, so dass das Modell mit seinen 312 g folglich innerhalb der NEM-Toleranzen liegt.

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Mein Fazit: Der neue Gms54 macht im Gleis eine sehr gute Figur und gibt den typischen Eindruck des Vorbilds wieder. Die Funktionalität des Modells ist sehr gut, allerdings lässt sich bei meinem Modell der Verriegelungshaken nicht bewegen. Mit den Abweichungen im Fahrwerksbereich zu den bekannten Vorbildern kann ich als Betriebsbahner gut leben, muss aber zugeben, dass ich über diese Rahmenbauart verwundert bin.

 

 

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