Neu von Lenz: Die V20

.

Seit kurzer Zeit ist sie erhältlich, die neue V20 von Lenz. Bereits vor einigen Jahren hat Lenz die V20 als Neuheit vorgestellt, Mitte Juli wurde nun das erste Modell der drei angekündigten V20er, eine Lok in DB-Ausführung der Epoche III mit der Betriebsnummer V20 022 (Art.-Nr. 40120-01), ausgeliefert. Angekündigt sind zwei weitere Modelle: eines in Ausführung der DB Epoche III mit anderer Betriebsnummer (Betriebsnummer V 20 021: Art. Nr. 40120-02) und eines in DR-Ausführung, ebenfalls für die Epoche III mit der Betriebsnummer V 20 006 und der Artikel-Nummer 40121-01.

.

V20-4

.

Für mich ist die V20 aus mehreren Gründen eine besondere Lok: So war ein RaiMo-Bausatz 1982 Grundlage für mein erstes Spur-0-Triebfahrzeug, in Zusammenarbeit mit meinen Clubkollegen wurde damals ein neuer Antrieb dafür entwickelt und eingebaut und diese Lok hat mich jahrelang von Ausstellung zu Ausstellung begleitet. Mit einer anderen V20 habe ich Experimente mit einer Fliehkraftkupplung unternommen und für damalige Verhältnisse tolle Fahreigenschaften erzielt. Und letztlich hat mich die V20 beim Vorbild als „kleine V36“ immer fasziniert, so sehr, dass ich tatsächlich mal eine Museumslokomotive zwecks Nachbau vermessen habe. Nun, der Nachbau ist nun nach Vorliegen der neuen V20 von Lenz nicht mehr erforderlich. Natürlich war ich neugierig, wie die neue V20 nun sein würde und vor kurzem war es soweit: Ich konnte meine neue V20 auf Schienen stellen! Vorweg: Das neue Lenz-Modell hat außer dem Vorbild nichts mit dem alten Pola-Modell gemeinsam und ist auf aktuellem Stand der Technik!

.

V20-5

.

Vorstellen möchte ich ein Modell der erstausgelieferten V20 022, das zweite Modell der DB-Ausführung wird die Nummer V20 021 tragen.

.

Geliefert wird die Lok in einem neu gestalteten, erfreulich kleinem, Karton, der nicht mehr so viel Raum einnimmt wie die alten Lenz-Lok-Kartons. Das Modell ist sicher darin verpackt und kann einfach entnommen werden.

.

V20-6

.

Das Modell der V20 ist mit den lenz-üblichen technischen Details ausgerüstet: Federpuffer, fernbedienbare NEM-Kupplung, DCC-Decoder, Pufferspeicher, schaltbare Spitzensignale, Führerstandsbeleuchtung, Sound und leiser, kräftiger Antrieb. Die V20 kann sofort unter der DCC-Adresse 20 in Betrieb genommen werden, aber auch ein analoger Betrieb ist möglich, allerdings dann unter Verzicht auf die digitalen Schaltmöglichkeiten. Die fernbedienbare NEM-Kupplung kann natürlich ausgebaut und durch eine Haken-Kupplung ersetzt werden. Am einfachsten gelingt das mit der Hakenkupplung von Lenz, welche als Ersatzteil im Fachhandel bezogen werden kann.

.

V20-7

.

Der optische Eindruck der V20 ist nicht nur auf erstem Blick perfekt – Lenz hat die V20 sehr gut nachgebildet! Alle wichtigen Bauteile sind form- und größenrichtig nachgebildet, dieses Mal sind auch die typischen Leuchten des Spitzensignals im Gegensatz zur älteren Lenz-V36.4 in der richtigen Größe nachgebildet! Was mir persönlich sofort positiv auffiel, ist die vorbildgerechte „Bodenfreiheit“ der V20! Das Modell wirkt genauso hochbeinig wie das Vorbild, und auch die typische Öffnung im Rahmen samt freiem Durchblick ist richtig nachgebildet. Hinzu kommt, dass das unter dem Rahmen und den Achsen liegende Bremsgestänge vorbildgerecht nachgebildet wurde! Bei einem Modell dieser Preisklasse zweifellos ein Novum. Die schaltbare Führerstandsbeleuchtung erlaubt einen Blick in den Führerstand, welcher eine Nachbildung des Führerstands für eine zweimännige Bedienung ist. Die im Führerstand befindliche Lokführerfigur sollte aufgrund der Ausführung des Führerstands noch einen Beimann spendiert bekommen, dann wäre die Besetzung vorbildgerecht. Schön ist, dass Lenz der V20 sehr schmale Räder mit niedrigem Spurkranz spendiert hat – damit hebt sie sich sehr positiv bspw. von der V36.4 aus gleichem Hause ab. Gefallen hat mir auch, dass das Fahrwerk komplett ausgeführt wurde, selbst die Rohre zum Auspuff, die Sandstreurohre und die Versteifungsbleche hinter den Pufferbohlen sind vorbildgerecht nachgebildet worden! Das Modell der V20 ist in seinen Abmessungen maßstäblich im Maßstab 1:45 ausgeführt.

.

V20-1

.

Nach Aufsetzen auf das Gleis, Eingabe der Adresse 20 und „Aufdrehen des Handreglers“ setzt sich die V20 leise und ruckelfrei in Bewegung, das Abrollgeräusch der Räder übertönt sehr schnell das leise Motorengeräusch. Die Funktionstasten sind entsprechend der „Lenz-Haus-Norm“ belegt, so dass sich Besitzer anderer Lenz-Loks nicht umgewöhnen müssen. Wer im Stand mittels F3 den Sound startet, hört ein neues Anlassgeräusch, welches mit einem leise pfeifenden Druckluftentweichgeräusch in das Leerlaufgeräusch übergeht. Der Startsound wirkt vorbildgetreu, insbesondere wenn man bedenkt, dass die V20 keinen motorischen Anlasser wie modernere Dieselloks hat, sondern mit Druckluft, die in zwei Behältern im Innern der Lok bevorratet wird, gestartet wird. Auch das Leerlaufgeräusch und das Fahrgeräusch hören sich vorbildgerecht an und vermitteln gut den Eindruck des Vorbilds. Gleiches gilt für das Abschaltgeräusch. Die Lok fährt auch erst dann an, wenn die Startsequenz komplett abgelaufen ist, was sehr vorbildgetreu ist. Ergänzt wird das Soundset durch ein Horn, ein Läutewerk, Kuppelgeräusch, Pfiffe und Ansagen.

.

V20-8

.

Mein Fazit: Die neue V20 von Lenz ist ein echtes Spur-0-Juwel geworden! Sowohl die technische wie auch die optische Ausführung sind meines Erachtens gelungen und zeigen, was heute im Kunststoffmodellbau möglich ist. Das Modell wird für 449,50 € angeboten und soll langfristig die Köf II als Lokomotive des Start-Sets ablösen. Auch wer bereits ein altes Pola-Modell der V20 besitzt, sollte sich dieses Schmuckstück näher ansehen und auf seine Gleise stellen!

.

Comments
3 Responses to “Neu von Lenz: Die V20”
  1. Thorsten sagt:

    Moin,

    die V20 scheint wirklich ein interessantes Modell zu sein. Aber noch eine Anmerkung zu den Lampen der V36 413: Diese Lok und scheinbar auch die V36 412 hatten offenbar größere Lampen als viele andere Fahrzeuge der Baureihe. Mein Eindruck ist, dass das Lenz-Modell recht nach am Vorbild. Der einzige Vorwurf, den man Lenz machen könnte ist in meinen Augen, ein unglückliches Händchen bei der Auswahl des Vorbilds gehabt zu haben.

    Von der V36 413 habe ich kein Bild im Web gefunden. Aber die V36 412 ist hier zu sehen: http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?108,3924784

    Vergleicht man dazu die V36 402 ( http://www.loks-aus-kiel.de/images/basic/mak_360011_51.jpg ) so hat die wohl die Beleuchtung, die der Modellbahner gewohnt ist.

    Mein Fazit ist: Das Modell der V36.4 ist detailgetreu, orientiert sich aber an einer ungewohnten Variante des Vorbilds.

    Viele Grüße,
    Thorsten

    • eksnap sagt:

      Hallo Thorsten,

      vergleiche mal die Proportionen von Lampe und Puffer beim Modell und beim Vorbild – da merkst Du dann, wo die Kritik an den Lampen der Lenz V36.4 herkommt.

      Gruß
      Stefan

  2. Heinrich Mooser sagt:

    Hallo Stefan, danke fuer diesen Testbericht. Auch ich habe noch eine V 20 von Pola miit einem AMZ Antrieb und werde mir nach Deinem Bericht ueberlegen, auch die Lenzlok zu kaufen.

    Viele Gruesse vom anderen Ende der Welt

    Herny M

%d Bloggern gefällt das: