Neu von Lenz: LH01

Die Spur-0-Tage in Buseck sind immer eine Möglichkeit, Einkaufen zu gehen. So auch dieses Mal. Da der Spur-0-Händler meines Vertrauens auch vor Ort war, fragte ich ihn noch am Freitag Abend während des Aufbaus, ob er den neuen Handregler LH01 von Lenz dabei hätte. Hatte er, und zwar genau zwei Exemplare. Flugs habe ich mir ein Exemplar für Samstag Morgen reserviert (Freitag ist ja Aufbautag!) und am nächsten Morgen abgeholt, er wechselte zum Preis von 64,- € den Besitzer.

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Der Handregler LH01 ist schon seit längerem von Lenz angekündigt worden und sollte eigentlich mit etwas Zubehör eine Einsteiger-Digital-Zentrale darstellen (und Start-Set geeignet sein). Doch mittlerweile wird der LH01 solo und „nur“ noch mit der bekannten Digital-Zentrale LZV100 angeboten. .

Der neue LH01, im Display ist die aktuelle Lokadresse lesbar

Der neue LH01, im Display ist die aktuelle Lokadresse lesbar

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Der Handregler LH01 hat eine Größe von 125 x 70 x 38 mm (H B T) und liegt dank seiner abgerundeten Ecken gut in der Hand. Ein Spiralkabel und ein Handbuch lagen ebenfalls in der Schachtel. Zur Optik kann gesagt werden, dass der LH01 farblich genau zu den anderen Lenz-Handreglern passt: schwarze Rückseite und helle Front. Unter dem Logo auf der Vorderseite dominiert ein vierstelliges LCD-Display, darunter ist ein großer runder Drehknopf angeordnet, um den herum vier LED und vier Taster zu finden sind. Mit seinem Drehknopf erinnert der LH01 an den bekannten LH90, der mittlerweile etwas betagt ist. Mit diesem Drehknopf kommt Lenz vielen Nutzern entgegen, die den großen Drehknopf unbedingt haben wollten. Wer an diesem Rad dreht, merkt, dass es sich anders als beim LH90 nicht frei drehen lässt, sondern spürt feine Raststufen, die das Drehen aber nicht behindern. Jede „Rastung“ entspricht beim Steuern einer Fahrstufe, so dass das Manko des LH90, nicht fühlen zu können, welche Fahrstufe man einstellt, beim LH01 nicht mehr existiert.

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Natürlich musste ich den neuen LH01 sobald es ging ausprobieren, was aber erst zwei Tage nach Heimkehr möglich war. Also wurde das beiliegende Spiralkabel flugs in den LH01 und in die Steckdosen an der Anlage eingeklipst und schon konnte es losgehen! . Okay, ich hatte mir das Handbuch vorher schon mal im Schnelldurchgang durchgelesen, so dass die ersten Bedienungen kein Problem waren. Doch ich muss zugeben, dass der Handregler mit seinen vier Tasten und dem Drehknopf, der als Schaltknopf mit fünf Schaltpositionen ausgeprägt ist, schon etwas minimalistisch wirkt. Doch vorweg möchte ich anmerken, dass dieser erste Eindruck nach wenigen Minuten nicht mehr vorherrschend war, da das Bedienkonzept gut durchdacht ist.

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Wie erwähnt, hat der Drehknopf auch eine Schaltfunktion. Dazu kann der Drehknopf in der Mitte gedrückt werden, das Schalten ist deutlich und gut spürbar. Zusätzlich lässt sich der Drehknopf noch in der 3 Uhr-, der 6 Uhr-, der 9 Uhr- und der 12 Uhr-Position drücken und an diesen Positionen eine Schaltung auslösen. Durch diese Beweglichkeit wirkt der Drehknopf im ersten Moment etwas „schwabbelig“, doch im Betrieb stört das nicht.

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Unter dem Drehknopf sind insgesamt vier Tasten angeordnet: ESC steht an der linken Taste, diese dient dazu, aus den möglichen Menüs einfach aussteigen zu können. Die anderen drei Tasten sind mit A, B und C beschriftet und dienen zum Auslösen von Funktionen (F-Tasten). Drei F-Tasten für 29 Funktionen? Ja, da ist wieder der minimalistische Eindruck und das ist für mich das einzig Ungewohnte, an das ich mich wirklich gewöhnen muss – hatte ich doch beim LH90 vier Funktionen direkt und weitere vier Funktionen nach Bedienung der Umschalttaste zur Verfügung.

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Doch wie kann ich nun mit dem LH01 steuern? Im Loknummernstapel, Stack genannt, sind die Adressen 1 bis 3 vorinstalliert, hinzu kommen neun freie Plätze. Da ich keine Loks mit den Adressen 1 bis 3 betreibe, drückte ich den Drehknopf rechts („3 Uhr“) solange, bis direkt daneben eine rote Leuchtdiode aufleuchtete. Nach Loslassen erschien die eingestellte Adresse und ich drehte am Drehknopf, bis das Wort „NEU“ im Display stand, und drückte nochmals auf „3 Uhr“. Nun konnte ich mittels Drehknopf und Drücken der „9 Uhr“-Taste des Drehknopfes problemlos die gewünschte Adresse einstellen. Mit Druck auf die Mitte des Drehknopfes bestätigte ich die Eingabe und steuerte schon meine Lok! Das liest sich schwieriger, als es wirklich ist! Aber damit ist schon das grundlegende Prinzip der Menübedienung beschrieben – es beginnt immer mit einem langen Druck auf eine der vier äußeren Schaltpositionen des Drehknopfes und endet entweder mit einem Druck auf die Mitte des Drehknopfes oder mit Betätigung der ESC-Taste, dann wird das Menü ohne Änderung verlassen.

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Nun konnte ich meine ausgewählte Lok steuern: Einfach am Rad, äh dem Drehknopf drehen und ich konnte durch die Rastung spüren, welche Fahrstufe ich anwählte bzw. wie viele Fahrstufen ich aufschaltete. In die andere Richtung drehend reduzierte ich die Fahrstufe. Zur Umschaltung der Fahrtrichtung wird einfach im Stillstand der Lok die Mitte des Drehknopfes gedrückt und schon ist die Fahrtrichtung gewechselt. Wenn während der Fahrt die Mitte des Drehknopfes gedrückt wird, wird die eingestellte Fahrstufe auf Null reduziert und die Lok hält an.

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Der LH01 liegt gut in der Han, mit dem Daumen lassen sich alle Tasten und der Drehknopf gut erreichen. Im Display ist die eingestellte Fahrstufe zu sehen, das Zeichen links zeigt die Fahrtrichtung an.

Der LH01 liegt gut in der Han, mit dem Daumen lassen sich alle Tasten und der Drehknopf gut erreichen. Im Display ist die eingestellte Fahrstufe zu sehen, das Zeichen links zeigt die Fahrtrichtung an.

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Es können bis zu 29 Funktionen des Lokdecoders abgerufen werden. Für drei Funktionen stehen die Tasten A bis C zur Verfügung. Vorprogrammiert sind die Funktionen F0 bis F2 für diese drei Tasten. Die weiteren Funktionen können nach Drücken des Drehknopfs auf der 9 Uhr-Position und anschließendem Drehen des Drehknopfes aufgerufen und bedient werden. Das liest sich wieder komplizierter als es tatsächlich ist. Erleichtert wird die Bedienung dadurch, dass die jeweils letzte genutzte Funktion nach Drücken des Drehknopfes in der 9 Uhr-Position sofort angezeigt. Zusätzlich kann man die Belegung der Tasten A bis C mit anderen Funktionen an seine Vorlieben anpassen. Natürlich lassen sich die Funktionen lenztypisch zwischen Dauer- und Momentfunktion umschalten. Wenn eine in der Zentrale LZV100 abgelegte Lokadresse aufgerufen wird, wird auch die Programmierung der Funktionstaste (Monent- oder Dauerfunktion) übernommen. Auch lassen sich den einzelnen Funktionen Namen zuordnen, damit man sich nicht merken muss, welche Funktion sich hinter welcher Nummer verbirgt.

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Natürlich lassen sich auch Weichen oder Signale mit dem LH01 schalten, dazu wird einfach der Drehknopf auf der 12 Uhr-Position lange gedrückt und schon ist man im Schaltmenü. Der Rest ist wie oben beschrieben.

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Natürlich lassen sich auch Doppeltraktionen einstellen und Decoder bzw. deren CV programmieren. Dazu nutzt der LH01 die Funktion PoM. Um die Lokadresse des Lokdecoders zu ändern, muss ein Programmiergleis genutzt werden. Auf diesem Programmiergleis kann der LH01 allerdings nur die Lokadresse ändern. Folglich kann auch nur die Lokadresse ausgelesen werden, denn im PoM-Modus können die Werte der CV nicht ausgelesen werden, was eine eventuelle Fehlersuche ggf. etwas erschwert.

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Eine neue Funktion kann der LH01 aufweisen: Den Clubmodus! Im Clubmodus kann man die Möglichkeiten des LH01 einschränken, damit bspw. Kinder oder Mitspieler, die mit der Bedienung des LH01 nicht vertraut sind, keine Fehlbedienungen machen können. Im Clubmodus 1 kann nur die vorher eingestellte Lok bedient werden. Es stehen nur die Funktionen, die auf die Tasten A bis C programmiert sind, zur Verfügung. Weichen und Signale können bedient werden. Der Clubmodus 2 unterscheidet sich vom Clubmodus 1 dadurch, dass Weichen und Signale nicht bedient werden können; ansonsten ist alles wie beim Clubmodus 1.

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Soweit meine Beschreibung des neuen LH01.

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Das Spielen mit dem LH01 hat mir sehr gefallen, das Bedienkonzept erscheint nur im ersten Moment unlogisch, nach kurzer Eingewöhnung war die Bedienung des Reglers problemlos möglich. Im Funktionsumfang steht der LH01 dem LH90 nur wenig nach. Dadurch, dass der Drehknopf eine fühlbare Rastung hat, gelingt das Steuern der Lokomotive auch ohne auf das Display zu schauen besonders gut. Die Beschränkung auf nur drei direkt erreichbare Funktionstasten ist aber etwas, an das ich mich erst noch gewöhnen muss. Aber wenn ich das objektiv betrachte, ist es nur eine Taste weniger als beim LH90. Und ich werde mir überlegen, welche Funktion ich direkt im Zugriff haben möchte – schließlich braucht man ja nicht jede Funktion immer! Mir gefällt der LH01!

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Hier der Link zur Bedienungsanleitung

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