Lichtsignale von Viessmann

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Bereits seit einigen Monaten sind die Lichthauptsignale von Viessmann erhältlich. Heute habe ich mir die drei neuen Signale mal „vorgenommen“.
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Die drei gezeigten Signale wurden mir freundlicherweise von Helmut Eßlinger, Inhaber des O-Scale-Hobbyshops  in Karlsruhe, zur Verfügung gestellt.
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Zum Test haben zur Verfügung gestanden:

  • Licht-Blocksignal, Bestell-Nummer 9011, Preis 64,- €
  • Licht-Einfahrsignal, Bestellnummer 9012, Preis 69,- €
  • Licht-Ausfahrsignal, Bestell-Nummer 9013, Preis 73,- €

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Zuerst das, was für alle drei Bauformen gilt:
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In der Verpackung ist das jeweilige Signal zu finden, welches mittels zweier Schrauben fest in der Innenverpackung verankert ist. Beim Lösen der sehr fest sitzenden Schrauben ist eine gewisse Sorgfalt erforderlich, um die Signale nicht unabsichtlich zu beschädigen. Solange die Umverpackung nicht zerdrückt wird, ist das Signal sicher verpackt. In der Schachtel befindet sich darüber hinaus:

  • eine Vorrichtung, mit der sich das Signal direkt am nicht eingeschotterten Gleis befestigt werden kann
  • eine Einbau- und Anschlussanleitung
  • ein Blatt mit selbstklebenden Signalbezeichnungen und
  • ein Info-Blättchen.

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Die den Signalen beiliegende Vorrichtung, mit der das Signal direkt am Gleis befestigt werden kann, kann im Lenz-Gleissystem unter einer Schienenverbindung eingesetzt werden und gibt dem Signal einen festen Stand, ohne dass es weiter befestigt werden muss.

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Der Fuß des Signals wird einfach in diese Vorrichtung eingeschoben, die Kabel können an der Seite rausgeführt werden.
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lsig3 So sieht die Vorrichtung am Lenz-Gleis aus.

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Diese Befestigungsmethode eignet sich besonders für die sogenannten „Tepppichbahner“, welche die Signale nicht einfach am Boden festschrauben können. Allerdings bedarf die Klammer, wenn sie wirklich fest im Gleis sitzen sollte, ein bisschen an Nacharbeit – sie sitzt nicht sehr fest.
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Anlagenbauer können die Signale einfach mit den zwei Schrauben, mit denen die Signale in der Verpackung verschraubt sind, anschrauben – dazu dienen die zwei Löcher im Fuß, die oben im Bild sichtbar sind und die allerdings nach Befestigung „getarnt“ werden sollten.
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Die Signalmasten aller drei Signal-Varianten sind aus geätztem Messing hergestellt, die anderen Bauteile scheinen alle aus Kunststoff zu sein.
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Die Nachbildung des Schaltschranks ist vorbildgerecht hinter dem Mast angeordnet. Jedes der drei Signale ist mit einem weiß-rot-weißem Mastschild versehen.
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Die Signalkörbe sind sauber nachgebildet und zeigen im Profil deutlich die Silhouette der 69er-Lichtsignale.
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An jedem Signal befinden sich unter dem Signalschirm eine funktionslose Nachbildung des Ersatzsignals sowie ein Halter für das Schild mit der Signalbezeichnung.
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Die Rückseite des Signalschirms besteht aus einer Abdeckung, die die Platine mit den Leuchtdioden verdeckt. Nachgebildet sind die einzelnen Signallicht-Rückseiten und weitere Anschlusselemente.

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Der Signalschirm selber hat eine Stärke von 2,5 mm.

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Die Licht-Hauptsignale besitzen Leuchtdioden als Leuchtmittel. Die Signale lassen sich problemlos mit einem herkömmlichen Modellbahntrafo betreiben, sie benötigen eine Spannung von 14 bis 16 Volt, wobei jede LED im Signal etwa 10 mA an Strom aufnimmt. Die am Signal befestigten Kabel sind farblich markiert: Schwarz für den gemeinsamen Rückleiter und jeweils je LED ein weiteres Kabel mit einer Markierung in der Leuchtfarbe der LED – der Anschluss der Signale an eine eigene, individuelle Steuerung ist somit ohne Problem möglich. Die Leuchtstärke kann in geringem Umfang durch Verändern der Spannung reduziert werden. Wer aber möchte, dass die LED beim Wechseln des Signalbegriffs wie beim Vorbild mit einem leichten „Dimmeffekt“ Erlöschen und Aufleuchten und parallel eine analoge Zugbeeinflussung wünscht, dem sei das entsprechende Steuermodul von Viessmann empfohlen.
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Die Farben der LED geben die Farben des Vorbilds sehr gut wieder. Die weißen LED des Signalbilds Sh 1 am Ausfahrsignal gehen leicht in bläuliche über – ein Effekt, der auch beim Vorbild beobachtet werden kann.
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Alle drei Signale haben eine Höhe von 162 mm und sind den Lichtsignalen der Bauart 1969 nachgebildet. Diese Lichtsignalbauart wurde ab Ende der 60er Jahre aufgestellt und ist somit eine für die Epochen IV und folgende typische Bauart und ist also nicht für die Epoche III geeignet.
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Das den Signalen beiliegende Blatt mit selbstklebenden Signalbezeichnungen reicht für 10 Einfahrsignale, 22 Ausfahrsignale und 32 Blocksignale – damit dürfte es problemlos möglich sein, auch größere Bahnhöfe samt Strecke mit den richtigen Signalbezeichnungen zu versehen.
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Kommen wir nun zu den einzelnen Signalen.
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Das Licht-Blocksignal mit der Bestell-Nummer 9011 kann mit seinen zwei LED folgende Signalbilder zeigen:
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Das Licht-Einfahrsignal (Bestell-Nummer 9012) besitzt drei LED und kann folgende Signalbilder zeigen:

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lsig9 Von Links: Hp 0, Hp 1 und Hp 2
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Das Licht-Ausfahrsignal (Bestell-Nummer 9013) hat die meisten LED (6) und kann folgende Signalbilder zeigen:

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lsig10 Von links: Hp 0, Hp 0 + Sh 1, Hp 1 und Hp 2

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Bei Fragen zu den einzelnen Signalbildern des Vorbilds und deren Anwendung verweise ich auf folgenden Bericht auf meiner Homepage: Bahnbetrieb kurz erklärt – Hauptsignale 
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Bleibt nun nur noch mein Fazit: Die Licht-Hauptsignale von Viessmann werden als Fertigmodell geliefert und sind meines Erachtens als preiswert anzusehen. Die Ausführung ist sehr solide und sehr vorbildgerecht. Der Anschluss der Signale sollte auch elektrotechnischen Laien gelingen und ist in der beiliegenden Anleitung ausreichend gut beschrieben worden. Die Wirkung der verwendeten LED ist vorbildgerecht. An diesen Signalen habe ich bezogen auf die Ausführung nicht viel auszusetzen, allerdings finde ich es bedauerlich, dass ein Vorbild gewählt wurde, welches erst ab 1969 zum Einsatz kam. Auch ist schade, dass das Blocksignal nur ein weiß-rot-weißes Mastschild hat, ein weiß-gelb-weiß-gelb-weißes wäre für Selbstblocksignale richtiger gewesen. Zumindest ein Austauschaufkleber wäre empfehlenswert.
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Zum Schluss bleibt nur noch dieses hier:
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lsig13 .
Gute Fahrt!
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Comments
6 Responses to “Lichtsignale von Viessmann”
  1. Udo sagt:

    Hallo Stefan,
    vielen Dank für die Vorstellung der Viessmann-Lichtsignale. Eine Bitte, könntest Du mitteilen, wie die Klammer nachbearbeitet werden sollte, damit sie fester an den Gleisen befestigt werden kann. Danke im Voraus und herzliche Grüße von
    Udo

    • eksnap sagt:

      Hallo Udo,

      ich würde einfach etwas zwischen Schwellenende und Klammer klemmen, schmale Holzstäbchen von McD beispielsweise.

      Gruß
      Stefan

      • Udo sagt:

        Danke Stefan für den Tip, ich hatte es so verstanden, die Klammer müßte bearbeitet werden.
        Mit freundlichen Grüßen
        Udo

  2. Ricky sagt:

    Sag mal. Nannte man im vorigen damals zwei Rote nicht Hp 00 = Fahr und Rangierverbot?
    Beziehe mich auf das vorletzte Foto!

    • eksnap sagt:

      Hallo Ricky,

      richtig, in den Epochen III bis V hieß das Signalbild mit den zwei roten Lichtern am Hauptsignal Hp 00 mit genau der genanten Bezeichnung. Durch Einführung des ultimativen Haltbegriffs an Hauptsignalen zu Beginn der Epoche VI wurde daraus Hp 0 mit der Bezeichnung Halt – nun ist Hp 0 für Züge und Rangierfahrten gleichermaßen gültig, so dass die Differenzierung, den der Begriff Hp 00 mit sich brachte, nicht mehr nötig war. Details dazu findest Du in einem der im Text verlinkten Berichte auf dieser Seite…

      Gruß
      Stefan

  3. Nozet sagt:

    Vielen Dank. Wieder ein ausführlicher Bericht und eine gute Kaufhilfe (oder auch nicht)

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