Ein Bus auf Schienen: VT 98 von Lenz

 

Es ist jedes Mal ein besonderes Gefühl für mich, wenn ich ein neues Fahrzeug auspacken und auf der Anlage des Bahnhofs Altfeld in Betrieb nehmen kann. So auch dieses Mal, als der VT 98 endlich vor mir stand. Als Spur 0-Bahner wurde man zwar in letzter Zeit reichlich verwöhnt – ich sage nur V 60 und V 200.1 -, aber das besondere Gefühl war beim VT 98 wieder vorhanden!

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Nach Öffnen der Verpackung sieht man als erstes zwei Beipackzettel: Ein Hinweis auf das Auspacken des Schienenbusses und dessen Betriebsanleitung.

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Der Schienenbus selber steht sicher gehalten durch Styropor-Blöcke in der Styropor-Verpackung. Zwei Klarsichtfolien sorgen dafür, dass das Fahrzeug nicht von der Styropor-Verpackung beeinflusst wird.

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Der Beipackzettel gibt den Hinweis, dass das neue Fahrzeug bei mittlerer Geschwindigkeit eine gewisse Zeit eingefahren werden soll. Das ist nach meiner Erfahrung auch erforderlich, denn das Fahrzeug läuft nach der Einlaufphase deutlich besser und ruhiger. Ich habe den Schienenbus zu diesem Zweck auf eine Art Rollenprüfstand gestellt, denn die Gleisanlagen im Bahnhof Altfeld lassen nur eine Fahrtstrecke von maximal 4 m zu.

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Der Schienenbus selber macht im Gleis eine gute Figur und gibt den Eindruck des VT 98 hervorragend wieder! Die Vorbildmaße sind exakt im Maßstab 1:45 eingehalten worden. Die vielen Scheiben erlauben einen guten Einblick in das Fahrzeuginnere – die „Leere“ im Fahrzeug fällt dann besonders auf! Aber dagegen kann leicht was gemacht werden: Nach Lösen von vier Schrauben kann das Gehäuse abgenommen und das Innere mit entsprechenden Figuren bevölkert werden. Das gilt auch für den Triebwagenführer, der im Lieferzustand fehlt.

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Kommen wir zur technischen Ausrüstung: Das Modell ist lenztypisch mit Decoder, Pufferbaustein, Sound, Innenbeleuchtung, Spitzen- und Schlussbeleuchtung und elektrischer NEM-Kupplung ausgerüstet. Die Funktionstastenbelegung ist lenztypisch:

F0: Beleuchtung vorne (Führerstand 1)

F1: Beleuchtung hinten (Führerstand 2)

F2: Kupplung

F3: Motorgeräusch

F4: Horn

F5: Rangierlicht und Rangiergang

F6: Innen- und Führerstandsbeleuchtung

F7: Glocke

F8: Ansage

F9: Schaffnerpfiff, kurz

F10: Kupplungsgeräusch

F11: Handbremse

F12: Türe

F13: Standheizung

F14: Druckluft

F15: Schaffnerpfiff, lang

Wo ist bei einem Schienenbus vorne? Ganz einfach: Da, wo die Toilette ist. Oder dort, wo nach Einschalten von F0 das Spitzen- oder Schlusssignal angeht. F1 schaltet gleiches an der hinteren Seite.

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Zum Motorgeräusch ist zu erwähnen, dass kurz nach dem Einschalten und Starten des ersten Motors das Starten des zweiten Motors zu hören ist. Die Ausschaltsequenz ist entsprechend lang und auch ein Ohrenschmaus. Wenn bei eingeschaltetem Sound beschleunigt wird, kann das Hochschalten des Getriebes akustisch nachvollzogen werden. Jede Schaltstufe erkennt man an einer Leerlaufphase, in der der Motorsound quasi in Leerlauf geht, um dann wieder neu zu beschleunigen. Wenn man runterregelt, hat man das Gefühl, als wenn ausgekuppelt wird und der Schienenbus im Leerlauf unterwegs ist. Man hört dann das Leerlaufgeräusch und das Ablassen von Luft, wie es beim Bremsen am Führerbremsventil entsteht. Was mir besonders gefällt ist das „Knattern“ des Auspuffs bei Volllast und bei hoher Geschwindigkeit! Das ist gut getroffen, wenn es auch nicht so dominant wie zur Endphase des Vorbild-Einsatzes des Schienenbusses ist.

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Mit der Taste F6 wird die Innenbeleuchtung geschaltet. Auch die Führerstände sind beleuchtet, allerdings erlischt die dafür zuständige LED vorbildgerecht direkt beim Losfahren – so dass der (nicht vorhandene) Triebwagenführer quasi in einem dunklen Führerstand sitzt.

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Zur Optik des VT 98 kann ich eigentlich nur anmerken, dass die Umsetzung ins Modell spitzenmäßig gelungen ist! Da hat Lenz uns wieder ein tolles Modell beschert! Die folgenden Bilder sollen ohne weiteren Kommentar den Eindruck des VT 98 wiedergeben:

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Das Modell ist in einem fabrikneuen Zustand wiedergegeben und trägt den sogenannten und bei Modellbahnern sehr beliebten weißen Puffertellerwarnanstrich.

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Im Betrieb auf der Anlage macht der Bus einen wirklich guten Eindruck:

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In diesem Video probiere ich die einzelnen Funktionstasten mit Ausnahme des Motorsounds aus:

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Und hier wird nun der Motorsound getestet. Zuerst wird sofort die Fahrstufe 28 eingeschaltet und eine schnelle Beschleunigung simuliert und anschließend auf Fahrstufe 0 geschaltet. Die zweite Anfahrt geht langsamer vonstatten und lässt die Schaltstufen besser erkennen. Durch das Handy-Mikrofon ist der Sound allerdings etwas verzerrt – in Natura hört sich der Triebwagen besser an!

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Mein Fazit: Mit diesem Schienenbus-Modell hat Lenz wieder ein Meisterstück abgeliefert. Bei einem Preis von 395,- € möchte ich den Triebwagen als sehr preiswert bezeichnen! Ich warte nun auf den angekündigten Steuerwagen sowie den passenden Beiwagen.

Comments
5 Responses to “Ein Bus auf Schienen: VT 98 von Lenz”
  1. Frank / Hamburg sagt:

    Hallo Stefan,

    danke für den tollen Einblick für einen „noch nicht Besitzer“ dieses tollen Triebwagens.
    Gruß
    Frank

  2. Peter sagt:

    Hallo Stefan

    Vielen Dank für Deinen Bericht.
    Eine kleine Korrektur: Dort, wo du erklärst, wo beim VT98 vorne ist, müsste es F0 und F1 heissen.

    Freundliche Grüsse aus der Schweiz
    Peter

    • eksnap sagt:

      Hallo Peter,

      danke für den Hinweis, habe ich sofort korrigiert.

      Gruß
      Stefan

      • Wolfgang Fehse sagt:

        Hallo:Stefan
        Frage zum Sound- Lautstärke ich habe sie schon im CV902 auf 255
        und doch bin ich der Meinung das ich die Schaltstufen nicht Richtig höre
        hast du ein rat für mich :Frohe Ostertage für dich und deiner Frau
        Gruß aus Hagen Wolfgang F.

      • eksnap sagt:

        Hallo Wolfgang,

        hm, Du hörst die Schaltstufen nicht? Ein Tipp ist, langsam zu beschleunigen, also nicht gleich auf FS28 zu schalten. Wenn ich Schaltstufen hören möchte, fahre ich jede Stufe langsam aus. Und Du weißt auf, dass die Schaltstufe nur im Sinne von „Drehzahl lässt nach, Fahrzeug rollt kurz im Leerlauf und Drehzahl steigt wieder langsam an“ zu verstehen sind?

        Dir und Deiner Frau auch frohe Ostern!

        Gruß aus Rheinberg
        Stefan

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