V60: Digital-Tipps

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Die neue V60 von Lenz ist wie bekannt mit Digital-Decoder und -Sound ausgerüstet.

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Hier die Funktionen, die sich hinter den einzelnen Funktionstasten bei meiner Lok verborgen haben:

F0 = Licht vorne
F1 = Licht hinten
F2 = Kupplung*
F3 = Sound
F4 = Achtungspfiff*
F5 = Rangiergang
F6 = Führerstandbeleuchtung
F7 = Glocke*
F8 = kurzer Trillerpfeifenpfiff (keine weitere Funktion bei langem oder wiederholtem Drücken!)*
F9 = kurzer Achtungspfiff*
F10 = Kuppelgeräusch
F11 =  kurz Betätigen: kurzer Trillerpfeifenpfiff, nochmal kurz betätigen das Gleiche, beim dritten Kurzen Betätigen langer Trillerpfeifenpfiff, bei langem Drücken: Gong und Ansage „Bitte einsteigen und Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt“*
F12 = Gong und Ansage „An Gleis 9, Bitte einsteigen und Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt“*
F13 = Rangierfunk, anfangs unverständlich, Rest: „…Ausfahrt ist frei!“*
F17 = kurzer Achtungspfiff*
F19 = kurzer Trillerpfeifenpfiff*

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* = diese Funktion habe ich als Momenttaste programmiert!

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Nach Aufstellen der Lok auf der Anlage und Inbetriebnahme zeigte sich, dass die Lok sehr laut war. Also war eine der ersten Handlungen, die Lautstärke anzupassen, damit die treusorgende Ehefrau eine Etage höher nicht wieder durch den sonoren Motorsound gestört würde.

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Problem bei der Soundprogrammierung

Bekanntermaßen kann bei Lenz-Loks die Lautstärke über die CV 902 eingestellt werden. Der Wert 255 in der CV 902 bedeutet, dass die Lok so laut wie möglich eingestellt ist. Der Wert 0 bedeutet Stille. Mit diesem Wissen flugs die Steuerung gegriffen und der CV 902 einen genehmeren Wert (50) verpassen und „gut“ ist. Gesagt, getan. Ein Druck auf F4 ließ mich nun zusammen zucken: Statt des leiseren Horns schallte selbiges mir mit unreduzierter Lautstärke entgegen. Hatte ich mich vertippt? Also gleich noch einmal die CV 902 mit dem Wert 50 programmiert – aber vergebens: Das Ergebnis war und blieb eine zu laute Lok. Auch der Versuch, das bekannte Kuppelgeräusch auf die Funktionstaste 2 zu legen, damit parallel zum Entkuppeln dieses Geräusch ertönt, scheiterte (Wert 4 in CV 905 programmieren).

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Workaround zur Problemlösung

Da wurde ich durch einen Freund daran erinnert, dass ich mit der damals neuen V160 das gleiche Problem hatte und damals nur durch Zufall erfuhr, dass es einen Workaround gibt, der das Problem löst! Der in der Lok verbaute SUSI-Sounddecoder hat genau wie selbiger der BR 64 aus gleichem Hause CV, die quasi doppelt belegt belegt sind. Diese doppelten CV tragen in den CV-Listen zusätzlich den Großbuchstaben A – bspw. CV933 und CV 933A. Diese CV mit Großbuchstabe A sind in einer sogenannten „Bank 1“ zusammengefasst. Um diese Bank 1 anzusprechen, muss diese erst aktiviert werden. Dazu wird in der CV1021 der Wert 1 eingegeben. Wenn danach bspw. die CV 933 angesprochen wird, wird tatsächlich die CV 933A aus der Bank 1 angesprochen. Um wieder auf die normalen CV zugreifen zu können, wird durch Eingabe des Wertes „0“ in die CV 1021 die Bank 1 wieder geschlossen.

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Und nun zum Workaround: Nachdem man einmal die Bank 1 geöffnet und geschlossen hat, lassen sich die Sound-CV der V60 ganz normal programmieren! Also einmal den Wert „1“ in die CV 1021 einprogrammiert, direkt danach den Wert „0“ in die CV 1021 und die anschließende Änderung der Lautstärke war erfolgreich!

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Änderung der Lautstärke

Die Lautstärke kann über die CV 902 geändert werden. Wert 255 bedeutet volle Lautstärke, Wert 0 bedeutet Stille.

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Kuppelgeräusch auf F2

Durch Eingabe des Wertes „4“ in die CV 905 wird das Kuppelgeräusch auf die Funktionstaste F2 programmiert – es ertönt nun parallel zum Entkuppeln.

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Dimmen des Spitzensignals (weiß)

Das Spitzensignal war mir im Lieferzustand entschieden zu grell bzw. hell. Die CV 55 regelt die Helligkeit des Spitzensignals. Die Werkseinstellung ist 128, jeder kleinere Wert lässt das Spitzensignal weniger hell bzw. grell erscheinen.

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Dimmen des Schlusssignals (rot)

Das Schlusssignal war mir im Lieferzustand entschieden zu grell bzw. hell. Die CV 56 regelt die Helligkeit des Schlusssignals. Die Werkseinstellung ist 128, jeder kleinere Wert lässt das Schlusssignal weniger hell bzw. grell erscheinen.

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Umschalten der Lautstärke mit F16

Besonders interessant finde ich die Möglichkeit des Decoders, die Lautstärke mittels Funktionstaste zwischen zwei Einstellungen umzuschalten! Dazu habe ich die Funktionstaste 13 so programmiert, dass die Lok bei eingeschalteter F16 leise ist und bei ausgeschalteter F16 laut. Zur Programmierung dieser Komfort-Funktion muss erst die Bank 1 geöffnet werden (Wert „1“ in CV 1021 programmieren). Danach wird in die CV 902A der laute Wert einprogrammiert (CV 902 anwählen und mit lautem Wunschwert programmieren – durch vorherige Öffnung der Bank 1 wird dadurch die CV 902 A programmiert!). Nun wird die Bank 1 wieder geschlossen (Wert „0“ in CV 1021 eingeben). Um die Umschaltung zu aktivieren, wird nun der Wert „88“ in die CV 919 eingegeben. Ab sofort ist Lok bei deaktivierter F16 laut und bei aktivierter F16 leiser!

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Anmerkung zur CV 1021, wenn die verwendete Zentrale diese CV nicht ansprechen kann

Wenn die verwendete Zentrale die CV 1021 nicht direkt ansprechen kann (Bspw. LH90 von Lenz), muss man sich mit der CV 126 und CV 127 behelfen. Dazu wird in die CV 126 erst der Wert „221“ einprogrammiert. Anschließend kommt in die CV 127 der Wert „1“ eingegeben und die Bank 1 ist geöffnet. Zum Schließen der Bank 1 wird dann einfach wieder in die CV 126 der Wert „221“ eingegeben und anschließend der Wert „0“ in die CV 127 (Faustregel: CV – 800 in die CV 126 eingeben und den Zielwert anschließend in die CV127 – das funktioniert auch mit CV 902 usw. Wobei Lenz-Handregler alle CV bis 999 direkt ansprechen können).

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Passende Links:

Anleitung zum Sound der BR 64, passt aber grundsätzlich auch zur V60

Bedienschema LH 90

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Zum Schluß noch einen Dank an Lutz für die Unterstützung und Patrick für die Erinnerung!

Comments
6 Responses to “V60: Digital-Tipps”
  1. Frank / Hamburg sagt:

    Hallo Stefan,

    Du beschreibst sehr hilfreich verschiedene Einstellungen so auch das Dimmen der Lampen. Was ich hilfreich fände und auch in der Lenz´schen Beschreibung nicht erwähnt wird: Wie dimmt man die Führerstandsbeleuchtung?
    Für ein Tip wäre ich sehr dankbar.

    Viele Grüße
    Frank

    • eksnap sagt:

      Hallo Frank,

      meines Wissens gibt es noch keine Möglichkeit, die Führerstandsbeleuchtung zu dimmen. In einem Forum wurde empfohle, eine Dämpfung mit Nagellack auf der LED vorzunehmen.

      Gruß
      Stefan

  2. Frank Minten sagt:

    Ja Stefan,
    nun bin ich auch stolzer Besitzer von dieser V 60 und ich muss sagen Sie ist ein echter Knaller.
    Habe sie schon digital optimiert und alle dazu nötigen CVs so verändert,das sie für meine Belange passt. Lichter gedimmt. Lange Adresse Kupplungssound auf Kupplungsaktion und vor allen die Lautstärke reduziert.
    Die Lok läuft so super über die Gleise und lässt sich sehr fein regeln. es macht richtig Spass sie zu Rangieren.
    Der Wendehals ist etwas hecktisch aber ein willkommener Augenschmaus. Auch nach einigen Betriebsstunden vergeht die Zeit wie im Fluge und die Rangieraufgaben werden nun in Waldau gewissenhaft erledigt.

    Grüße Franky

  3. Rainer Krug sagt:

    Stefan, besten Dank für die hilfreiche Darstellung der Überwindung von Stolpersteinen der Digitaltechnik an dem sehr schönen Modell der Lenz V 60. Der ganze Vorgang zeigt deutlich den gravierenden bedienungstechnischen Rückstand der Digitaltechnik für manche Modelleisenbahnen. Das Ganze erinnert fatal an die technikhistorisch frühe Zeit des Microsoft DOS – Betriebssystems mit seinen kryptischen Zeichenfolgen. Und daß man selbst mit einem Lenz – Programmer mit an sich bedienungstauglicher graphischer Benutzeroberfläche dank der Hürde der SUSI-Schnittstelle keine Sound-Funktionen einstellen kann, ist nur noch erschütternd. Bei ESU und anderen geht’s, und das merkt man sich gut.

  4. Frank Graeser sagt:

    Hallo Stefan,
    danke für die ausführliche Darstellung. Hierzu habe ich eine Frage: Du hast das Kupplungsgeräusch nicht als Momenttaster konfiguriert. War der Grund die anschließende Zusammenfassung mit der Kupplung F2?
    Viele Gruesse
    Frank

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