Kurz vorgestellt: Die V60 von Lenz

In der Woche vor Weihnachten hat Lenz Wort gehalten und die ersten Modelle der V60 ausgeliefert. Damit war für einige Freund der Spur 0 das Fest gerettet! Diese Lok, die als dreiachsige Rangierlok den Rangierdienst der DB ab den 50er Jahren preiswerter machte, ist im Modell ein echter Wendehals!
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Doch erst einmal ein paar Blicke auf die V 60:
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Die linke Seite der V60

Die linke Seite der V60

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Die rechte Seite der V60

Die rechte Seite der V60

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Die Lok war einwandfrei in einem typischen Lenz-Karton verpackt und lag in einer Klarsichtfolie in der Styropor-Hülle. Ein beidseitig bedruckter DIN A4-Zettel erläuterte, wie man das Modell richtig auspackt und in Betrieb nimmt. Als zuzurüstende Bauteile liegen kleine Scheibchen bei, die links und rechts der seitlichen Führerstandsfenster montiert werden müssen – auf den Bildern kann man die kleinen Löcher im und neben dem Fensterrahmen erkennen. Ich habe diese kleinen Scheiben noch nicht montiert.

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Ein paar nähere Blicke zeigt ein Modell, welches sehr fein detailliert ist und sauber aufgedruckte Anschriften hat.

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Die sauberen Anschriften der V60

Die sauberen Anschriften der V60

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Das Umlaufgitter vor dem Frontkühler ist durchbrochen!

Das Umlaufgitter vor dem Frontkühler ist durchbrochen!

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Doch warum nennt man die Lok nun Wendehals? Die meisten werden es schon wissen: Die Lokführerfigur im Führerstand ist in der Spur 0 die erste serienmäßige Figur, die sich beim Fahrtrichtungswechsel umdreht – der Lokführer schaut also immer in Fahrtrichtung! Ein tolles Gimmick, welches meine Frau sofort entzückte! Zugegeben, auch mir gefällt das sehr, insbesondere, da der Führerstand gut einsichtig ist und somit ein toller Eindruck entsteht. Der Lokführer dreht sich, sobald nach einem Fahrtrichtungswechsel die erste Fahrtstufe eingestellt wird. Ein leises Geräusch ist dabei zu hören, welches ich nur wahrnehmen kann, wenn ich mich nahe an die Lok heranbegebe. Bei eingeschaltetem Sound ist das Drehgeräusch nicht hörbar.

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Der Lokführer schaut bei Vorwärtsfahrt nach vorne:

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Bei Vorwährtsfahrt schaut der Lokführer nach vorne...

Bei Vorwährtsfahrt schaut der Lokführer nach vorne…

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Und bei Rückwärtsfahrt sieht er nach hinten:

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... und bei Rückwärtsfahrt schaut er nach hinten!

… und bei Rückwärtsfahrt schaut er nach hinten!

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Dieses Detail kann man sich auch mal im Film ansehen: Der Lokführer der V60 dreht sich immer in Fahrtrichtung:

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Das Fahrwerk hat keine glänzenden Radreifen, was sofort einen Eindruck hervorruft,als wenn die Lok schon einige Zeit in Betrieb gewesen sei!

Das Fahrwerk ist sehr gut detailliert und zeigt alle Details des Vorbilds. Wenn man dieses Fahrwerk mit dem der V 36.4 aus gleichem Hause vergleicht, merkt man, wie sich die Fähigkeiten der Lenz´schen Konstrukteure und Formenbauer weiter entwickelt haben! Das Fahrwerk ist schon ein Gedicht!

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Ein exzellentes Fahrwerk!

Ein exzellentes Fahrwerk!

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Wenn man sich die Lok von vorne ansieht, zeigt sie auch aus dieser Perspektive die typische V 60-Ansicht. Zusätzlich fällt die „Kriegsbemalung“ der Lok auf: Der gelbe Warnanstrich an der Pufferbohle und an den Griffstangen. Diese Farbtupfer sind typisch für die ausklingende Epoche III und gefällt mir sehr!!!

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Der Warnanstrich an den Rangierbühnen

Der Warnanstrich an den Rangierbühnen

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Auch der Blick über die lange Motorhaube überzeugt:

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Die V60 einmal der Länge nach

Die V60 einmal der Länge nach

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Die Lichtfunktionen sind so, wie man sie bei Lenz-Loks kennt: Das Spitzensignal ist fahrtrichtungsabhängig und kann an jeder Führerstandsseite individuell ein- und ausgeschaltet werden. Die beiden unteren Lampen jeder Seite haben einen Rot/Weiß-Wechsel, so dass bei einer Triebfahrzeugfahrt ohne Wagen auf der freien Strecke auch das Schlusssignal gezeigt werden kann. Im folgenden Video kann man sich das inklusive der Führerstandsbeleuchtung ansehen:

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Das Führerhaus ist V60typisch ausgestaltet worden und sieht einfach wie das große Vorbild aus:

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Das Führerhaus, es fehlen noch die Windstauscheiben am Schiebefenster - diese liegen als Zurüstteil bei.

Das Führerhaus, es fehlen noch die Windstauscheiben am Schiebefenster – diese liegen als Zurüstteil bei.

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Die Frontscheiben des Führerhauses samt oberem Spitzenlicht

Die Frontscheiben des Führerhauses samt oberem Spitzenlicht

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Das Dach ist vollständig ausgestattet und hat auch eine Antenne für den Rangierfunk

Das Dach ist vollständig ausgestattet und hat auch eine Antenne für den Rangierfunk

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Die V60 hat auch wieder, wie bei Lenz üblich, einige Soundfunktionen, die mittels Funktionstaste im Betrieb abgerufen werden können. Hier eine Aufstellung:
F0 = Licht vorne
F1 = Licht hinten
F2 = Kupplung*
F3 = Sound
F4 = Achtungspfiff*
F5 = Rangiergang
F6 = Führerstandbeleuchtung
F7 = Glocke*
F8 = kurzer Trillerpfeifenpfiff (keine weitere Funktion bei langem oder wiederholtem Drücken!)*
F9 = kurzer Achtungspfiff*
F10 = Kuppelgeräusch
F11 = kurz Betätigen: kurzer Trillerpfeifenpfiff, nochmal kurz betätigen das Gleiche, beim dritten Kurzen Betätigen langer Trillerpfeifenpfiff, bei langem Drücken: Gong und Ansage „Bitte einsteigen und Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt“*
F12 = Gong und Ansage „An Gleis 9, Bitte einsteigen und Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt“*
F13 = Rangierfunk, anfangs unverständlich, Rest: „…Ausfahrt ist frei!“*
F17 = kurzer Achtungspfiff*
F19 = kurzer Trillerpfeifenpfiff*
* = diese Funktion habe ich als Momenttaste programmiert!

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Wie sich die Lok im Betrieb anhört, kann diesem Video entnommen werden:

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Zum Schluss möchte ich anmerken, dass mir diese Lok sehr gefällt und ich den Eindruck habe, dass das die bisher schönste und best gelungene (Diesel-)Lok aus dem Hause Lenz ist – ich bin regelrecht begeistert!

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Auch im Betrieb auf der Anlage macht die Lok einen sehr guten und feinen Eindruck!

Auch im Betrieb auf der Anlage macht die Lok einen sehr guten und feinen Eindruck!

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Damit endet meine Vorstellung dieser Lok. Das letzte Bild zeigt, die neue Lok von der „Mannschaft“, der Rangier–Rotte, schon angenommen worden ist.

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Da sah man die Rangierer meistens stehen: Auf einer der beiden Endbühnen

Da sah man die Rangierer meistens stehen: Auf einer der beiden Endbühnen

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Hier noch eine Vorbeifahrt mit der Rotte:

Comments
8 Responses to “Kurz vorgestellt: Die V60 von Lenz”
  1. hermann sagt:

    Der wendehals in meiner V 60 dreht sich nicht mehr. Wer kann mir helfen.

  2. Thorsten sagt:

    Im aktuellen 012-Express (Nr. 25) werden übrigens recht filigrane Kühlergitter als Metallbausatz von Krüger-Modellbau ( http://www.krueger-modellbau.de ) vorgestellt. Damit kann man die Lenz V60 etwas verfeinern

  3. Thorsten sagt:

    Moin,

    ich habe mir grade meine diversen Bilder des Vorbilds betrachtet. In meinen Augen ist die Szenerie hinter dem Gitter viel markanter für die V60 als das Gitter selbst. Aber im Endeffekt sind ein feines Gitter und die Lamellen dahinter vermutlich nicht zu marktkompatiblen Preisen zu realisieren.

    In meinen Augen hat Lenz da ein paar Brotkrumen vom Tisch gewischt, um sie den Zubehöranbietern zukommen zu lassen. So haben alle was davon:
    – Lenz hat eine marktgerecht eingepreiste Rangierlok
    – Spielbahner haben ein preiswertes Modell
    – Zubehöranbieter profitieren durch attraktive Verfeinerungsmöglichkeiten an der Lok
    – Nietenzähler können die Lok über die Grenze ihrer Sehschärfe hinaus verfeinern

    Die Lenz V60 ist zwar keine eierlegende Wollmilchsau, aber die Lok ist verdammt nah dran!😉

    Viele Grüße,
    Thorsten

  4. Bernd Lachmund sagt:

    Hallo Stefan,
    nur ganz kurz.(?) Natürlich hast du recht, dass das Gitter kaum anders zu machen war. Deshalb war mir auch der Gesamteindruck des „Gesichts“ wichtiger (Rahmen) ,zumal mir da selbst das Roco HO Modell stimmiger aussieht. Ansonsten nochmals: Die 60 und natürlich auch die 64 halte ich beispielsweise für absolut gelungene Lenz Loks. Ich sehe mich bei „Kritik“ eigentlich da mehr so (wie ich denke) dich ,dh: Fehler wahrnehmen, damit auf eventuelle Abhilfe hoffen , bzw. ,soweit möglich, selbst dafür sorgen.
    Herzliche Grüße
    Bernd

  5. Bernd Lachmund sagt:

    Hallo Stefan,
    vielen Dank auch für diesen Bericht, allerdings finde ich es áuch ein wenig schade, dass du ,dessen faire, sachliche Kritik an Modellen ich sehr schätze, das Kühlergitter und da besonders den doch breiten Rahmen garnicht erwähnt hast. Ansonsten ist die 60 ohne Frage ein tolles Modell.
    Grüße
    Bernd

    • eksnap sagt:

      Hallo Bernd,

      als ich den Artikel schrieb gab es den „Hype“ um das Kühlergitter noch nicht. Ich selber finde das Gitter auch gar nicht so schlimm, denn das feine Gitter des Vorbilds kann man im Modell nicht nachbilden, so dass Lenz die Wahl hatte, für ein zu grobes Gitter „verhauen“ zu werden oder weil kein Gitter davor ist… Wenn man genau hinsieht, kann man die anderen Teile des Kühlers hinter dem Gitter gut ausmachen.

      Gruß
      Stefan

  6. Reinhard Schäfer sagt:

    Hallo Stefan,
    danke für die ansprechende Vorstellung der V 60. Auch ich habe die Lok bereits im Einsatz.
    Allerdings entspricht der optische Eindruck von vorne wegen des im Modell zu grob geratenen Gitters nicht wirklich dem Vorbild. Dort dominieren deutlich die dahinter befindlichen Kühlerlamellen.Ansonsten kann ich Deine Eindrücke bestätigen und finde die Lok insgesamt sehr gut gelungen, besonders beim Preis-/Leistungsverhältnis.
    Grüße
    Reinhard

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