Modell-Fotografie mit dem iPhone

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Ich bin schon öfter für Bilder gelobt worden, die aus der Perspektive eines Eisenbahners gemacht wurden. Gleichzeitig kam auch oft die Frage, wie ich diese Bilder gemacht habe. Hier nun meine Methode, mit einem iPhone Fotografien meiner Modellbahn zu machen.

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Das iPhone 4 hat eine eingebaute 5-Mega-Pixel-Kamera (das aktuelle Modell iPhone 4S hat sogar 8 Mega-Pixel!), welche asymmetrisch angeordnet ist. Wenn man nun ein Bild im Querformat aufnehmen möchte, dann kann man das iPhone so hinlegen, dass das Objektiv unten zu liegen kommt. Also iPhone nach rechts gedreht, der Home-Button liegt dann links. Damit befindet sich das Objektiv in etwa auf Höhe der Puffer der Spur-0-Fahrzeuge und die gewünschte Perspektive kann genutzt werden.

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Wenn man das iPhone einfach so in den Gleisbereich legt, besteht die Gefahr, dass bei eingeschalteter Fahrspannung bzw. eingeschalteter Digital-Zentrale (dann liegt immer Spannung am Gleis an!) über das iPhone-Gehäuse ein Kurzschluss ausgelöst wird. Auch besteht die Gefahr, dass dadurch das iPhone Schaden nimmt. Um dieser Gefahr zu entgehen, habe ich mir mit alten Lego-Steinen eine Art Stativ gebaut.

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Wenn das iPhone in diesem Stativ eingelegt ist, steht es sicher und stabil im Gleisbereich. Um das Stativ auch stabil im Gleis aufstellen zu können, habe ich unter die Grundplatte zwei Legosteine in passender Größe angebaut. Damit passt es genau in ein Gleis, also zwischen die beiden Schienen.

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Ein kleiner Drehteller zwischen der Grundplatte (Fuß) und dem eigentlichen Halter ermöglicht es, das eingelegte iPhone zu drehen. Somit kann man den Ausschnitt genau bestimmen und es sind auch solche Panorama-Aufnahmen möglich:

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Doch schauen wir uns mal an, wie das iPhone im Halter zum Einsatz kommt:

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Es ist deutlich zu erkennen, dass der Abstand vom iPhone zur Lok nicht sehr groß ist. Auch deswegen wirken die Bilder so, als wenn ein 1:45-Fotograf sie gemacht hätte…

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Auf dem Display des iPhones ist das Motiv, hier eine Köf, gut zu sehen. Ich nutze nur die Apple-eigene Foto-App, also keine zusätzlich gekaufte Software, sondern das, was im Lieferumfang des Handys dabei war. Auf den letzten beiden Bildern ist ein weißes Kabel mitsamt Ohrhörer zu sehen – das ist die mitgelieferte Freisprecheinrichtung, welche eine angenehme Eigenschaft hat: Sie fungiert als Fernauslöser! Normalerweise muss man zum Auslösen des Bildes einen bestimmten Bereich des Displays antippen. Das Antippen birgt das Risiko eines verwackelten Bildes in sich. Um dem zu entgehen, nutze ich die Freisprecheinrichtung. Einmal eingestöpselt, reicht es, die „lauter-Taste“ der Freisprecheinrichtung zu drücken und das Bild wird gemacht – ohne das Display anzutippen!

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Weiter nutze ich grundsätzlich nicht den eingebauten Blitz – ich habe ja ein Stativ und kann lange Belichtungszeiten nutzen (die das iPhone automatisch auswählt).  Weiter wähle ich immer die HDR-Funktion. HDR steht für High Dynamic Range und kennzeichnet Bilder, die einen erweiterten Kontrastumfang haben. Normalerweise macht man dazu mehrere Aufnahmen, doch das iPhone macht nur eine Aufnahme, welche dann umgerechnet wird. Manchmal ist das HDR-Bild das bessere, manchmal das normale. Glücklicherweise speichert das iPhone beide Bilder, so dass ich hinterher immer auswählen kann. Hier mal ein Beispiel – zuerst das normale Bild:

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Dann das HDR-Bild:

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Welches das schönere ist, mag jeder für sich entscheiden. Beide Bilder sind bis auf die Größenanpassung für diesen Blog unverändert.

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Nach Überspielen der Bilder schaue ich mir diese im Programm Lightroom an. Falls erforderlich, verändere ich dann die Helligkeit oder den Kontrast. Fast immer reduziere ich aber die Sättigung – die iPhone-Bilder emfinde ich meistens als „zu knallig“ in den Farben. Eine Besonderheit hat meine Anlage: Da ich eine LED-Beleuchtung installiert habe und das iPhone keinen manuellen Weißabgleich kennt, passe ich die Farbtemperatur auch noch an. Und ich beschneide in der Regel die Bilder, die unscharfen Bereiche im Vordergrund können meistens ohne Informationsverlust weggeschnitten werden.

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Hier mal ein Beispiel – zuerst das normale Original-Bild:

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Das Original

Das Original

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Dann das HDR-Bild:

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Das HDR-Bild

Das HDR-Bild

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Und zuletzt das beschnittene Bild mit etwas weniger Sättigung und manuellem Weißabgleich:

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Das beschnittene und angepasste Bild

Das beschnittene und angepasste Bild

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Kurze Zusammenfassung:

  • Das iPhone ermöglicht Bilder aus der Rangierer-Perspektive
  • Ein kleines Stativ erleichtert das Fotografieren
  • Die Freisprecheinrichtung fungiert als Fernauslöser
  • Ich nutze die mitgelieferte Foto-App ohne Blitz in HDR
  • Die Bilder sind stark farbgesättigt und werden angepasst
  • Unscharfe Bereiche im Vordergrund können weggeschnitten werden

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Ich gehe davon aus, dass auch andere Smartphones einen gleichen Funktionsumfang bieten – aber nun habe ich mal erklärt, wie ich viele Bilder auf meiner Eisenbahn mache.

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Comments
3 Responses to “Modell-Fotografie mit dem iPhone”
  1. Bernd Schmid sagt:

    Hallo Stefan,

    danke für den Tipp mit der Fernauslösung. Feine Sache.

    Gruß aus dem Süden,
    Bernd

  2. Horst Riedel sagt:

    Hallo zusammen,
    jetzt nimmt der Stefan dem Enkel die Legosteine weg um uns zu zeigen wie man mit dem
    angebissenem Apfel knipst. Ja Ja, ich wieder aber gut.
    Herzliche Grüße und schöne Pfingsten.
    Horido.

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