Neu: Köf-Transportwagen von Moog

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Viele Spur 0er haben Dank Lenz mittlerweile eine Köf II und rangieren fleißig damit. Genau das war auch die Aufgabe der Köf II beim großen Vorbild. Doch irgendwann muss jede Köf mal in ein Ausbesserungswerk gebracht werden. Ausbesserungswerk? Bei der DB waren die Köf zwar in Bahnhöfen im Rangierdienst zu finden und manche Bahnhöfe hatten auch einen kleinen Köf-Schuppen, doch konnten in diesen kleinen Schuppen nur einfache Nachschauen vor und nach dem Rangierdienst durchgeführt werden. Für manche Fristuntersuchungen musste die Köf dann ins heimische Bahnbetriebswerk, welches in der Regel mit eigener Kraft und maximal 45 km/h erreicht wurde. Doch alle sechs Jahre musste bei der DB jede Lok, also auch jede Köf, in ein Ausbesserungswerk, um dort hauptuntersucht zu werden. Das ist von der Kontrollfunktion her mit der TÜV-Untersuchung beim Kraftfahrzeug vergleichbar. Allerdings werden Eisenbahnfahrzeuge bei der Hauptuntersuchung in die Hauptbestandteile zerlegt und nach einem Wartungsplan werden Verschleißteile durch aufgearbeitete Tauschteile ersetzt – eine Lok mit neuer HU (Hauptuntersuchung) ist in vielen Teilen mit einer neuen Lok vergleichbar! Bei der DB gab es zwei Ausbesserungswerke, welche die HU für Köfs durchführten: Eines in Bremen und eines in Nürnberg. Und da die Entfernung zu diesen Orten durchaus mehrere hundert Kilometer betragen konnte und eine Überführung aus eigener Kraft mit niedriger Geschwindigkeit oder als Schlussläufer in einem Güterzug, der dadurch auch ausgebremst würde, nicht in Frage kam, hatte die DB verschiedene Kleinloktransportwagen, mit denen die Köfs vom Heimat-Bahnbetriebswerk zum Ausbesserungswerk transportiert wurden. Diese Transportwagen mussten auch genutzt werden, wenn die Köf aufgrund eines Defektes oder eines Unfalls nicht mehr fahrbereit war.

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Hier ein Bild eines Kleinlok-Transportwagens:

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Das Bild von Axel Johanßen (Danke für die Erlaubnis!) zeigt eine Köf II auf einem Kleinloktransportwagen. Dieser Wagen wurde aus einem Xf 08 umgebaut und wurde so, wie die Anschriften des Wagens auf dem Bild zeigen, bis in die Epoche IV hinein verwendet.

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Die DB rüstete vorhandene Fahrgestelle verschiedener Güterwagen-Bauarten einfach um, indem die Aufbauten abgebaut und Führungsschienen samt Befestigungsmittel aufgesetzt wurden. Selbst heute werden die wenigen, noch vorhandenen Kleinloks der Gattung Köf III mit speziellen Güterwagen ins zuständige Ausbesserungswerk überführt.

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Das gezeigt Bild des Kleinlok-Transportwagens diente Jürgen Moog (Firma Nullmobau) als Vorlage, um diesen Wagen in Spur 0 auf die Gleise zu stellen. Dieses Modell wurde erstmals während des Regionaltreffens in Sande der Öffentlichkeit präsentiert. Ich erhielt Gelegenheit, einen Prototypen (leider noch ohne Anschriften – es wird Anschriften für die Epoche III und für die Epoche IV geben) näher testen zu dürfen – hier nun der Bericht davon. Zum Test vorgelegen hat ein Transportwagen mit Lenz-Kupplung.

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Der neue Köf-Transportwagen von Nullmobau

Der neue Köf-Transportwagen von Nullmobau mit einer Köf II von Lenz

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Der neue Köf-Transportwagen wird in zwei Versionen aufgelegt: einmal mit Lenz-Kupplung und einmal mit Original-Hakenkupplung. Das Modell besteht komplett aus Messing, wird als Bausatz geliefert und ist vom Montageaufwand für geübte Bastler kein Problem.

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Der Transportwagen ohne "Ladegut"

Der Transportwagen ohne "Ladegut"

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Im Rahmen des Modells sind zwei Schienen integriert, welche es ermöglichen, Köf-II-Modelle aller bekannten Spur-0-Hersteller als Ladegut zu verwenden.

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Blick auf den neuen Wagen

Blick auf den neuen Wagen

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Aufgrund der Tatsache, dass der Wagen auch ohne Ladegut verkehren kann und dann das Fahrwerk gut zu sehen ist, hat Jürgen Moog auch die Hilfslangträger und die Querträger nachgebildet. Dass das Vorbild keine Bremse hatte, erleichtert das den Modellbau, da die Bremsbauteile auch im Modell nicht montiert werden müssen. Ergebnis ist ein filigran wirkendes Fahrwerk.

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Köf II, verladen und gesichert

Köf II, verladen und gesichert

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Damit die aufgeladene Köf während einer Zugfahrt gesichert ist, wurde die über den Zughaken mittels Spannvorrichtungen, die einer Original-Hakenkupplung ähneln, verzurrt. Zusätzlich kamen bei manchen Wagen noch Vorlegekeile vor den Rädern zum Einsatz. Im Modell nutzte Jürgen Moog die Ähnlichkeit der Verzurrung zur Originalkupplung und setzt selbige zur Sicherung ein.

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Verzurrte Köf

Verzurrte Köf

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Da manche Köfs im Modell mit der Lenz-Kupplung ausgerüstet sind, musste die Verzurrung so erfolgen, dass die Lenz-Kupplung nicht demontiert werden muss. Der Vergleich mit dem ersten Bild, der Vorbild-Aufnahme, zeigt hier leichte Unterschiede, die m.E. aber akzeptabel sind.

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Köf-Transportwagen, eingestellt in einem Güterzug

Köf-Transportwagen, eingestellt in einem Güterzug

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Da dieser Wagen keine Bremse hat, darf er grundsätzlich nicht als Schlussläufer in Güterzügen eingestellt werden. Da diese Wagen aufgrund des Ladeguts als außergewöhnliche Sendung galten und beispielsweise nicht über einen Ablaufberg laufen durften, wurden diese Wagen in der Regel direkt hinter der Zuglok eingestellt.

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Das oben gezeigte Bild zeigt eindeutig, dass sich diese Bauart des Kleinlok-Transportwagens nur für Köf II geeignet sind: Die verladene Lok kommt recht hoch hinaus, eine Kö I kann so nicht befördert werden, die ist höher als eine Köf II und ragt nach oben aus dem Lichtraumprofil raus. Die Köf III passt nur auf solche Transportwagen, wenn das Führerhaus abgebaut wurde (deswegen sind heutige Transportwagen als Tiefladewagen ausgebildet und das Führerhaus der Köf III kann drauf bleiben) – ansonsten ragt auch sie aus dem Lichtraumprofil heraus.

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Beim Betrachten dieser Bilder stellt sich mancher sicher die Frage, wie denn nun die Köf II auf den Transportwagen kam? Nun, im Modell hilft der „Fünf-Finger-Kran“, aber beim Vorbild konnten Hebevorrichtungen wie im nachstehenden Bild, die in jedem Bahnbetriebswerk vorhanden waren, genutzt werden:

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Hochgehobener Schienenbus im Bw Siegen (Juni 1985)

Hochgehobener Schienenbus im Bw Siegen (Juni 1985)

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Da früher auch in vielen Bahnbetriebswerken auch noch Kräne beheimatet waren, wurden auch diese für die Verladung verwendet. Bockkräne, wie sie an Ladestraßen zum Einsatz kamen, konnten nur verwendet werden, wenn diese mindestens 17 t heben konnten.

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Zurück zum Modell: Jürgen Moog legt das Modell in zwei Varianten mit verschiedenen Kupplungen auf.

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Bestell-Nummer 1460: Bausatz Köf-Transportwagen mit Lenzkupplung

Bestell-Nummer 1461: Bausatz Köf-Transportwagen mit Original-Hakenkupplung und Luftschläuchen (für den Anschluss der durchgehenden Hauptluftleitung)

Beide Bausätze werden zum Preis von 85,- € abgegeben. Bitte bei der Bestellung angeben, ob eine Beschriftung für die Epoche III oder für die Epoche IV gewünscht wird.

Fertigmodelle sollen 213,-€ kosten, allerdings werden diese nur auf Anfrage gefertigt.

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Die Bausätze können ab sofort bestellt werden – ab Mitte Oktober werden die ersten Bausätze ausgeliefert.

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Zum Schluss noch ein Blick auf den Transportwagen im Einsatz:

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Sieht doch fast so aus wie damals – wie auf dem ersten Bild ganz oben…

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Comments
3 Responses to “Neu: Köf-Transportwagen von Moog”
  1. Sehr geehrter Herr Panske, lieber Jürgen,

    ein sehr schönes Modell! Es ist eine Bereicherung besonders für alle Spielbahner, da kann man nun sehr schöne Szenen nachstellen. Vielleicht produziert nun auch jemand die Hebeböcke, dann steht der Verladung nichts im Weg.

    Vielen Dank!
    Helmut Eßlinger

    • eksnap sagt:

      Hallo Herr Eßlinger,

      Ja, daran habe ich auch schon gedacht: vier Stück mit funktionierenden Hubspindeln, Digital parallel gesteuert und schon kann die Köf aufgeladen werden… Nur die Sicherung muss manuell vorgenommen werden!😉

      Lieber Gruß
      Stefan Panske

  2. Thomas sagt:

    Hallo Stefan,

    ein wirklich sehr schöner Wagen.
    Mal was besonderes auf der Schiene, nicht immer diese Einheitsgüterwagen.

    Ich freue mich schon drauf.

    Gruß
    Thomas

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