Oppeln (1): Umbau aus RaiMo-Bausatz

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Als ich neulich im Keller etwas suchte, fiel mir ein G20-Bausatz von RaiMo in die Hände. Als ich diesen sichtete, gingen mir viele Gedanken durch den Kopf, beispielsweise an RiPoLi und einen Güterwagen der Gms30, genannt Oppeln. Mit solch einem G20-Bausatz habe ich vor mehr als 20 Jahren meinen ersten Güterwagen-Umbau gemacht: Aus G20 mach Gms30!

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Teile des G20-Bausatzes von RaiMo, der mir unverhofft in die Hände fiel,...

Teile des G20-Bausatzes von RaiMo, der mir unverhofft in die Hände fiel,...

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...und das habe ich daraus umgebaut.

...und das habe ich daraus umgebaut.

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Vorweg etwas zum Bausatz:

Pola-Maxi stellte ab den 70er Jahren verschiedene Güterwagen auf Basis eines 4,5m-Fahrwerks her. Darunter waren die heute noch bekannten Modelle des G10, des Om21, des X05, des Drehschemelwagens und des G20. Leider haben diese Wagen beim Vorbild nicht die gleiche Länge, so dass sie von Pola-Maxi gestreckt bzw. gestaucht wurden, damit sie auf das Fahrwerk des G10 passten. Für unseren G20 heißt das, dass die Aufbauten, um auf das Fahrwerk des G10 zu passen, etwas gestreckt wurden – der G20 ist also ein paar Millimeter zu lang. Weiter hat Pola-Maxi wohl aus Kostengründen darauf verzichtet, die Knotenbleche des G20 am Gehäuse nachzubilden. Letzterer Umstand kam mir bei dem Umbau bestens zu Gute!

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Nachdem Pola-Maxi vom Markt verschwunden war, gab es keine Fertigmodelle dieser Güterwagen mehr. RaiMo übernahm Anfang der 80er Jahre die Spritzgussformen und bot die Fahrzeuge, und damit auch den G20, als Bausätze an. Aus dieser Zeit stammte auch mein Kellerfund.

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Im Jahr 1988 veröffentlichte Wolfgang Röther in der „Spur-0-Lokomotive“ 2/88 einen mehrseitigen Bericht zum Umbau des G20 zu einem Gms30 (Oppeln). Dort wurde gezeigt, wie das Fahrwerk des G20 mit zwei Sägeschnitten getrennt und mit gedrehten Teilen wieder zusammengeklebt werden kann und wie man somit den Radstand des Fahrwerks von 10 cm (4,5 m) auf 13,3 cm (6,0 m) bringen kann.

Die Skizze aus der „Spur-0-Lokomotive“ 2/88 zeigt, wo gesägt werden sollte.

Die Skizze aus der „Spur-0-Lokomotive“ 2/88 zeigt, wo gesägt werden sollte.

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Das habe ich damals auch so gemacht.

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Die roten Striche (in Vergrößerung nach Klick aufs Bild besser zu sehen) zeigen die Sägeschnitte.

Die roten Striche (in Vergrößerung nach Klick aufs Bild besser zu sehen) zeigen die Sägeschnitte.

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Dann störte mich die Nachbildung des Langträgers am Kunststofffahrwerk, so dass ich vom Fahrwerk diese Nachbildung mit einer Kreissäge abtrennte. Das Sägeblatt stellte ich so ein, dass die Schakenböcke nicht mit abgeschnitten wurden. So konnte ich dann ein Messing-U-Profil als neuen Langträger an die drei Fahrwerksteile ankleben.

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Der neue Langträger aus Messing und die stehengebliebenen Schakenböcke.

Der neue Langträger aus Messing und die stehengebliebenen Schakenböcke.

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Auch die Pufferbohlen wurden mit Messingprofilen ersetzt – leider habe ich zu kurze Pufferbohlen eingebaut.

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Blick auf die etwas zu kurze Pufferbohle.

Blick auf die etwas zu kurze Pufferbohle.

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Natürlich verbaute ich damals Federpuffer und Hakenkupplungen.

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Dann habe ich das Dach abgeschliffen, so dass die Stege des G20 nicht mehr zu sehen waren. Weiter habe ich die in den Seitenwänden sichtbaren Ausschnitte für die Befestigung des Daches mit kleinen Füllstücken geschlossen (heute bietet Nullmobau passende Deckbleche an!). Da der Gms30 einen geschweißten Aufbau hat, passte es ganz gut, dass Pola-Maxi auf die Nachbildung der Knotenbleche verzichtet hat. Am Gehäuse musste nun nur noch eines gemacht werden: Die viel zu breite untere Laufbahn der Schiebetür wurde nicht eingebaut! Ich habe einfach ein 2 x 2 mm Kunststoffprofil als Imitation stattdessen angeklebt. Da ich die Schiebetür geschlossen festkleben wollte, habe ich nun einfach die für den Gms30 nicht passenden Räder an den Türen abgeschnitten, gleiches gilt für die zwei „Gleitnasen“ unter der Tür.

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Ein gekaufter Beschriftungssatz (so was gab es damals auf dem Zubehörmarkt einfach und günstig zu kaufen) wurde, nachdem das Gehäuse mit RAL 8012 (Güterwagenbraun) aus einer Spraydose lackiert wurde, aufgebracht. Das Dach wurde in einem Grauton lackiert, während das Fahrwerk, welches vorher noch einem neuen Sprengwerk und Trittbrettern versehen wurde, Schwarz lackiert wurde.

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Der fertige Gms30

Der fertige Gms30

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1988 zeigte ich diesen Wagen erstmals auf der Modellbau 88 in Dortmund voller Stolz der Öffentlichkeit. Später kam ich dann auf die Idee, den Wagen zu „altern“ – die Spuren davon sind heute noch gut sichtbar. Aus heutiger Sicht ist diese Alterung nicht optimal. Ich war damals aber wegen der Wirkung des „Schmutzes“ zufrieden.

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Auch mit der Lenz-Köf macht der Wagen heute noch eine gute Figur.

Auch mit der Lenz-Köf macht der Wagen heute noch eine gute Figur..

Wer sich die Bilder genau angesehen hat, wird die „groben“ NEM-Radsätze, die ich einem Pola-Maxi-Wagen entnommen habe (RaiMo hat den Bausätzen nur Kunststoff-Speichenräder beigelegt), bemerkt haben. Interessanterweise laufen diese groben Radsätze problemlos durch die aktuellen Lenz-Weichen!

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Dieser Wagen hat leider ein paar Schäden, weil mein Güterwagen-Transportkoffer beim Tragen aufging und alle Güterwagen rausfielen. Nun stelle ich mir die Frage, ob ich den „alten“ Oppeln reparieren oder mir mit dem gefundenen Bausatz einen neuen bauen soll???

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