V160 von Lenz – ein erster Test

.

Lenz hat eine neue Lokomotive ausgeliefert: Die V160. Dieses Modell ist nun in drei Versionen erhältlich: Epoche III in Rot, Epoche IV in Rot und Ozeanblau-Beige. Alle Modelle werden in einer großen Schachtel im Lenz-Design geliefert.

.

Nach Abheben des Deckels der Schachtel fiel mir sofort ein Zettel mit einer Anleitung zum Auspacken der Lok in die Hand.

.

.

Nach Abheben des inneren Deckels fallen die markierten Teile, die als nächstes entfernt werden müssen, sofort auf:

.

.

Ein Blick unter die Lok zeigt vier zusätzliche Transportsicherungen, die auch noch entfernt werden müssen:

.

(Die weißen Schaumstoffteile unter den Drehgestellen und zwischen Tank und Drehgestell)

(Die weißen Schaumstoffteile unter den Drehgestellen und zwischen Tank und Drehgestell)

.

Also schnell die Lok auf das Gleis gestellt! Der Anleitung habe ich entnommen, dass mein Modell der Epoche III auf die Adresse 160 „hört“. Also die Adresse V160 eingegeben und testweise losgefahren. Die Lok fuhr sauber mit vernehmbarem Antriebsgeräusch – wohlgemerkt war der Sound noch nicht eingeschaltet.

.

Ich habe die beiliegenden Bremsschläuche erstmal noch nicht montiert, so dass die Bilder dieses Berichts die noch nicht zugerüstete Lok zeigen.

.

.

Die Lok macht im Gleis ein gutes Bild.

.

Dann voller Interesse die einzelnen Funktionstasten ausprobiert und festgestellt, dass die Belegung der F-Tasten dem Standard der bisherigen Lenz-Loks entspricht. Mit einer Ausnahme: mit F7 schaltet man bei der V160 nicht das Läutewerk ein, sondern der hohe Ton eines Horns ertönt. Die Loks der V160-Familie haben ein normales Horn (im Modell wie gewohnt auf F4) und einen Hochtöner, der eben mit F7 geschaltet werden kann. Doch zu den Geräuschen mehr weiter unten.

.

Also die Funktionstasten sind wie folgt belegt:

  • F0 = Spitzen-/Schlusssignal (je nach Fahrtrichtung) an Führerstand 1
  • F1 = Spitzen-/Schlusssignal (je nach Fahrtrichtung) an Führerstand 2
  • F2 = Entkuppeln
  • F3 = Motorgeräusch
  • F4 = tieftönendes Horn
  • F5 = Rangiergang
  • F6 = Führerstandsbeleuchtung (mit Fahrtrichtung wechselnd)
  • F7 = hochtönendes Horn
  • F8 = 1. und 2. Mal kurz gedrückt: Achtungspfiff (Trillerpfeife), 3. mal kurz gedrückt: Ansage Türenschließen, lang gedrückt: Bahnsteigansage, während der Fahrt gedrückt: Bremsenquietschen

.

Auch mit Rivarossi-D-Zug-Wagen macht die Lok einen guten Eindruck.

Auch mit Rivarossi-D-Zug-Wagen macht die Lok einen guten Eindruck.

.

Also wieder mal losgefahren und den Eindruck genossen. Dann habe ich die Anschriften der Lok „unter die Lupe genommen“. Die Lok wurde den Anschriften nach am 31.07.1967 abgenommen und in Dienst gestellt. Die Erstbeheimatung war im Bw Ulm – die Anschriften sind authentisch und richtig, in Ulm war die Lok bis zum 24.03.1971 beheimatet.

.

Zurück zum Modell: Auch die Seitenansicht gibt das typische Erscheinungsbild der V160 wieder:

.

.

Die beiden Führerstände sind eingerichtet, allerdings findet der aufmerksame Beobachter keinen Lokführer. Auch irritieren die schwarzen Führerstände – in echt waren diese Grau und Hellgrün lackiert. Hier zwei Blicke durch die Seitenscheiben auf den Führerstand, der m.E. sehr authentisch wirkt:

.

.

.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch anmerken, dass ich die Ausführung der Führerhausseitenfenster für sehr gut gelungen halte! Meines Erachtens sind das die besten Fenster, die ich bisher an einem Diesellok-Modell gesehen habe!!!

.

Wenn man sich die Lok von oben ansieht, fällt auf, dass alles gut graviert und somit gut dargestellt ist. Die Gitter des Kühlers scheinen den Lautsprecher zu verdecken, jedenfalls hatte ich den Eindruck, als wenn die Töne von dort kämen. Auch das kleine Fenster im Dach ist gut nachgebildet. Aber auffällig ist, dass alle Abgasaustrittsöffnungen verschlossen sind!

.

.

Das ganze Dach ist in einem hellen Grauton lackiert. Es gibt keinerlei Ruß- oder Schmutzabsetzungen bzw. -nacbildungen. Dem Farbschema der DB entsprechend waren die Dächer der Diesellokomotiven Weiß-Aluminium lackiert. Erst Anfang der 70er erfolgte der Übergang auf Grau. Ob nun Weiß-Aluminium richtiger wäre als der gewählte Grau-Ton, vermag ich nicht zu entscheiden – ich empfinde die Dachfarbe jedenfalls nicht als störend. Hier mal der Vergleich der Dächer der V100.10 und der V160 – beide Loks wirken mit ihrer Dachfarbe (die V100.10 ist etwas heller) zueinander passend:

.

.

Die Drehgestelle sind sehr sauber graviert und geben alle Details des Vorbilds wieder. Auch die Anschriften auf den Drehgestellen sind sauber aufgebracht .

.

.

Der Blick unter die Lok (des Spur-0ers liebster Blick???) zeigt die Stromabnehmer:

.

.

Ein beliebtes Diskussionsthema waren bisher die Trittstufen der Lok. Die Darstellung der Trittstufen im Modell ist fein, es wurde auf allen Tritten ein Riffelblechmuster nachgebildet, welches aber nicht durchbrochen ist! Hier ein Blick auf das Modell:

.

.

Auffällig ist dass die unteren Trittstufen der Lok so gestaltet sind, dass sie zur vorderen Kante hin dünner werden. Ein Vergleich mit dem Vorbild zeigt aber, dass in „echt“ die untere Stufe nicht nach vorne dünner wird. Da die Trittstufen nur eingesteckt sind, ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis hier ein findiger Zubehörlieferant einen Zurüstsatz anbieten wird – vielleicht sogar mit durchbrochenen Tritten…

.

Oben erwähnte ich die Lautstärke der Lokomotive. Im Vergleich zur V100.10 habe ich festgestellt, dass das Geräusch des Motors etwa genauso laut ist, also nicht störend und bei eingeschaltetem Sound nicht wahrnehmbar.

.

Die Lok fährt in den Werkseinstellungen des Decoders nicht sehr langsam an. Nach Losrollen der Lok konnte die Geschwindigkeit wieder reduziert werden, so dass sehr langsam gefahren werden kann. Weichen und Dkw werden sehr ruhig überfahren.

.

Wie oben erwähnt, liegen der Lok Bremsschläuche als Zurüstteile bei.

.

Weiter geht es mit dem Sound der Lok. Meiner Meinung haben die Geräusche Potenzial zur Verbesserung. Doch fangen wir am Anfang an: Der Motorsound wird wie gewohnt mit F3 aktiviert. Noch Drücken von F3 hört man einen Dieselmotor anlaufen. Leider vermisse ich das Geräusch der vorweg laufenden Schmierpumpe. Insgesamt wirkt es so, als wenn das Startgeräusch von einem sehr warmen Motor aufgenommen wurde, der gerade für die Aufnahme abgestellt wurde und sofort wieder gestartet wurde. Es hört sich so an, als wenn der Motor gar nicht richtig stillstand und einfach wieder hochdreht. Wenn F3 erneut betätigt wird, erstirbt der Motor mit realistisch wirkendem Sound. Kommen wir zum Fahrgeräusch, welches natürlich nur bei eingeschaltetem Sound ertönt. Bei Aufschalten auf eine Fahrstufe aus dem Stand läuft der Motor akustisch hoch und die Lok rollt anschließend los. Wobei zumindest meine Lok nicht sanft anrollte, sondern regelrecht lossprintet. Hier wird wohl noch etwas Feintuning an meiner Lok nötig. Ich habe versucht, zu prüfen, ob sich das Motorengeräusch bei Lastwechseln verändert. Auf meiner kurzen Anlage habe ich leider nicht genug Auslauf, um mit Bestimmtheit sagen zu können, ob es bei Lastwechseln zu Geräuschänderungen kommt. Ich hatte allerdings den Eindruck, als wenn der Decoder die Lautstärke verändert, wenn die Lok weniger zu ziehen hat. Bei Langsamfahrt ertönt grundsätzlich das gleiche Geräusch wie bei schneller Fahrt. Das ist für die V160 untypisch. Wer die V100.10 hat, kennt vielleicht der typische Anrollsound, wenn man die Leistung aufschaltet: Es hört sich so an, als wenn sich der Sound erst verschluckt, bevor es lauter wird. Aufgrund von Vorbild-Tonaufnahmen im Netz und meinen Erinnerungen an die V160 hätte ich diesen Effekt im Modell auch erwartet, aber meine Erwartung wurde nicht erfüllt. Das Geräusch geht sofort auf hohe Drehzahlen – das typische „Nageln“ der V160 ist leider nicht rauszuhören. Weiter habe ich den Eindruck gehabt, dass das Geräusch von einem Pfeifen begleitet wird, wie es bei Abgasturboladern der BR 218 zu hören ist. Irgendwie „passt“ das Motorengeräusch m.E. nicht wirklich zur Lok. Dann kam die nächste Enttäuschung: Ich drückte F4! Und ich hörte ein Horn, welches sehr amerikanisch und nicht wie ein deutscher Tieftöner klingt. Meine Frau, die im Stockwerk über mir tätigt war, fragte, ob ich eine amerikanische Lok gekauft habe. Schade, aber dieses Horn gefällt mir gar nicht. Gleiches gilt für das hochtönende Horn. Auch dieses wirkt nicht stimmig. Da ich das Kuppelgeräusch und das Läutewerk suchte, habe ich dann alle Funktionstasten bis F20 ausprobiert und neben dem Kuppelgeräusch auch noch eine Funkansage gefunden, welche aber nur schwer verständlich ist. Leider kein Läutewerk! Schade, denn unter dem Umlauf an der Pufferbohle ist ein Läutewerk nachgebildet. Die Lok gibt das Bremsenquietschen eines Zuges von sich, wenn von einer hohen Fahrstufe runtergeregelt wird. Wenn F10 gleichzeitig aktiviert ist, ertönt ein alternatives Bremsenquietschen (einzelnes Fahrzeug).

.

Nachstehend verlinkte mp3-Datei beinhaltet bis auf das Geräusch des Fahrtrichtungswechsels und des Bremsenquietschens alle Geräusche, welche die Lok machen kann.

.

Der Sound der V160

.

In folgender Reihenfolge hört man das:

  • Geräusch der Entkupplung ohne Entkuppelsound mit Anrollen der Lok (F2)
  • Starten des Fahrmotors (F3)
  • Kurze Beschleunigung (Beschleunigen und Anhalten)
  • Ausschalten des Fahrmotors (F3)
  • Tieftönendes Horn (Amerikanisch?) (F4)
  • Hochtönendes Horn (F7)
  • 2 mal Achtungspfiff (F8 2 x kurz)
  • Ansage Türen schließen (F8 drittes Mal kurz)
  • Bahnsteigansage (F8 lang gedrückt)
  • Entkuppelgeräusch (F10)
  • Druckluft ablassen (F16)
  • Kurzer Pfiff des hochtönenden Horms (F17)
  • Rangierfunk-Gespräch, süddeutscher Dialekt, nicht verständlich (F18)
  • Achtungspfiff (Trillerpfeife) (F19)

.

Soviel zu den Geräuschen. Nach Inbetriebnahme der Lok hatte ich das Gefühl, dass die Lok viel zu laut ist. Das leitet direkt weiter zum verbauten Decoder!

.

Da mir die Lok zu laut war, habe ich als erstes der CV 902 einen Wert verpasst. Das klappte mit meiner Anlage (Lenz LH90 mit LZV100) sofort ohne Probleme – die Lok war schnell leiser. Nun wollte ich auch das Kuppelgeräusch von F10 auf die F2 umgelegt haben und habe den Wert 4 in die CV 905 programmiert – ohne Probleme! Nun störte mich das sehr helle Spitzensignal. Ein neuer Wert von 50 in die CV 55 schaffte schnelle Abhilfe. Das Schlusssignal habe ich so hell gelassen, weil es auch beim Vorbild sehr hell war. Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Decoder ohne Schwierigkeiten umzuprogrammieren war. Da die Lok auf der Anlage stand, waren alle Programmierung „on the main“, also POM.

.

Ich habe im Keller mit meiner V160 und meinem iPhone gespielt, Ergebnis sind drei Filmchen, die hier verlinke:

.

1) Rangierdienst erst ohne und dann mit Sound – das Fahrgeräusch ohne Sound ist hörbar (2:25 min).

.

.

2) Lok fährt mit Sound auf die Kamera zu und entschwindet am linken Bildrand (0:27 min)

.

.

3) Lichtspiele: Spitzensignal, Schlusssignal und Führerstandsbeleuchtung vorgeführt (0:25 min).

.

.

Eine kurze Überprüfung der maßgeblichen Abmessungen ergab, dass das Modell in seinen Dimensionen exakt im Maßstab 1:45 gebaut wurde.

.

Mein Fazit: Die neue V160 ist optisch bis auf die Abgasaustrittsöffnungen und die unteren Trittstufen gelungen. So muss eine V160 aussehen! Die Führerstände sind Schwarz, was nicht ganz vorbildgerecht ist, aber das wird den wenigsten auffallen. Die Laufleistung ist ordentlich, ebenso die optische Wirkung, allerdings überzeugt mich der Sound nicht – insbesondere die beiden Hörner enttäuschen.

Wenn ich gefragt werden würde, ob sich der Kauf lohnt, würde ich dennoch eine Kaufempfehlung aussprechen, da es sich bei der Lok um ein schönes Modell handelt und die Fahreigenschaften sehr gut sind.

.

.

Die V160 in Epoche III-Ausführung, Rot, Lenz Bestell-Nummer 40160

Die V160 in Epoche IV-Ausführung, Rot, Lenz Bestellnummer 40161

Die V160 in Epoche IV-Ausführung, Ozeanblau-Beige, Lenz Bestellnummer 40162

Comments
4 Responses to “V160 von Lenz – ein erster Test”
  1. Patrick sagt:

    Hi Stefan, Du bist Schuld!!!!!
    Wäre Dein hervorragender Testbericht nicht gewesen, hätte ich die Lok nicht gekauft.
    Aber Spaß beiseite, dank der super telefonischen Hilfe hab ich es mit meinem Entkuppelgeräusch auf F2 geschafft. Auch von den durch Deinen Bericht angeregten Verbesserungsvorschlägen der anderen Modellbahnbesitzern habe ich meine Nutzen gezogen.

  2. bernard sagt:

    Hoi Stefan.

    Ich vind deine test sehr gut. Ich selb find die sound night oke aber die lok find ich serh leider sind die abgase night gans gut. Aber ich habe meine fuhrerstand mit farbe et was besser gemacht. Sie meine beidrage auf das schellenkamp forum

    Mach so weiter mit deine schöne seit/

    Mit freundliche grüssen

    Bennie 1968 aus der Niederlanden

    • eksnap sagt:

      Hallo Bennie,

      danke für das Lob! Deine Bilder des bemalten Führerstands habe ich gesehen – wirklich gut geworden!

      Gruß in die Niederlande,
      Stefan Panske

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: