Anlagen, die es nicht mehr gibt (III): „Spur-0-MEC Moers“

Im letzten Teil schrieb ich von der Ausstellungsanlage des „Spur-0-MEC Moers“, dem heutigen „Spur-0-MEC Niederrhein e.V.“. Dieser damals noch sehr junge Verein zog im Mai 1982 in ein eigenes Vereinsheim mit einer Grundfläche von etwa 300 qm. Es befand sich im dritten Obergeschoss eines Lagerhauses in Moers-Kapellen am Silbersee. Da das Vereinsheim unterm Dach zu finden war, ging eine große Fläche durch die vorhandene Dachschräge verloren. Da in diesem Dachgeschoss auch ein Clubraum, eine Toilette und eine Werkstatt eingerichtet werden sollte, war es möglich, eine Anlage mit einer ungefähren Größe von 5 x 17 m zu bauen. Diese Anlage ist das Thema dieses Beitrags.

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Selbstbau-103 im oberen Bahnhof

Selbstbau-103 im oberen Bahnhof

Zuschauer beim Tag der offenen Tür 1984

Zuschauer beim Tag der offenen Tür 1984

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Bereits 1982 wurde die Basis der Anlage gebaut. Da damals damit gerechnet wurde, dass die Anlage auch mal wieder abgebaut werden sollte, wurde die Anlagenfläche mit großen Holzplatten (2,0 x 1,0 m) aufgebaut. Jede Platte erhielt an der Unterseite zwei Längsriegel, welche diese Platten versteiften. Als Beine wurden stabile Holzböcke verwendet, auf welche jeweils eine Holzplatte angebracht wurde. Auf dieser Holzplatte ruhten die beiden Holzplatten. Dieser Unterbau war sehr stabil und konnte problemlos betreten werden.

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Rampe an der Brücke mit Zuschauer im Jahr 1984

Rampe an der Brücke mit Zuschauer im Jahr 1984

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Für den ersten „Tag der offenen Tür“ wurde auf diesen Platten ein zweigleisiger Rundkurs mit einem sechsgleisigen Bahnhof verlegt. Es wurden Roco-Weichen verbaut, welche aber zeigten, dass sie aufgrund ihrer Herzstücke nicht wirklich geeignet waren.

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Die große Brücke

Die große Brücke

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Nach Ende des erfolgreichen Publikumtages waren sich die Mitglieder einig, dass die Anlage anders gebaut werden müsse. Also wurde das Oval abgebaut und die Anlage erhielt eine zweite Etage. Ziel war es, eine „verschlungene Acht“ mit Schattenbahnhof unter dem Schaubahnhof zu bauen. Ein Zug, der aus dem Schaubahnhof ausfuhr, durchfuhr einen 180-Grad-Gleisbogen, um auf der Gegenseite über eine Rampe auf das untere Level zu wechseln. Nach Unterquerung einer bereits fertigen Brücke wurde nach einem weiteren Halbkreis der Schattenbahnhof erreicht, der unter dem Schaubahnhof angeordnet war. Nach Durchfahren des Schattenbahnhofs und angeschlossenem Halbkreis ging es über eine Rampe wieder nach oben, weiter über die Brücke und durch einem weiteren Halbkreis zum Schaubahnhof. Diese Gleisführung war zweigleisig.

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Das Fahrpult mit den Rampen

Das Fahrpult mit den Rampen

Clubmitglieder am großen Fahrpult

Clubmitglieder am großen Fahrpult

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Der obere Bahnhof (Schaubahnhof) war auf Holzplatten aufgebaut, welche mittels stabilem Klavierband als Scharnier aufgeklappt werden konnten. So war der Zugang zum Schattenbahnhof unter dem oberen Bahnhof gewährleistet.

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Versammlung der Clubmitglieder am aufgeklappten oberen Bahnhof

Versammlung der Clubmitglieder am aufgeklappten oberen Bahnhof

Parade der Selbstbau-Loks im aufgeklappten Schattenbahnhof

Parade der Selbstbau-Loks im aufgeklappten Schattenbahnhof

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In dieser Form wurde die Anlage erstmals im Mai 1984 der Öffentlichkeit präsentiert. Da der Fahrbetrieb durch die langen Fahrstrecken und dem Schattenbahnhof attraktiver geworden war, war die Anlage den ganzen Tag dicht umlagert.

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Hinter dem Zug ist die Landschaftsecke erkennbar

Hinter dem Zug ist die Landschaftsecke erkennbar

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Weichen: Nachdem sich gezeigt hatte, dass Roco-Weichen ungeeignet waren, wurde im Verein 1983 mit dem Selbstbau von Weichen und Kreuzungsweichen begonnen. Die angewandte Methode haben später ein paar Vereinsmitglieder in einem Sonderheft der „Spur-0-Lokomotive“ der ARGE Spur 0, dem Sonderheft Weichenbau, ausführlich und nachvollziehbar beschrieben.

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Blick über die rechten Halbkreise mit Einfahrt in den Schattenbahnhof

Blick über die rechten Halbkreise mit Einfahrt in den Schattenbahnhof

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Der obere Bahnhof wurde in der Gleislage am Personenbahnhof Moers angelehnt, das heißt, dass alle sechs Gleise des echten Bahnhofs nachgebildet wurden. Allerdings wurden die Weichenstraßen durch Nutzung von einfachen und doppelten Kreuzungsweichen verkürzt.

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Die Landschaftsecke aus der Vogelperspektive

Die Landschaftsecke aus der Vogelperspektive

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Zur Steuerung dieser großen Anlage wurde auf der Seite mit der Brücke ein großes Stellpult gebaut. Es hatte die Aufgabe, die Fahrwege und die Züge zu steuern. Der Aufbau war so, dass links und rechts neben dem Gleisbildstellpult je ein Relaisschrank aufgebaut waren. Das Stellpult hatte drei Bereich: Schattenbahnof inneres Gleis, oberer Bahnhof, Schattenbahnhof äußeres Gleis. Durch diese Anordnung, konnten zwei „Fahrdienstleiter“, die je einen Kreis steuerten, aktiv die Anlage bedienen.

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Gastfahrzeug aus den Niederlanden vor der Landschaftsecke

Gastfahrzeug aus den Niederlanden vor der Landschaftsecke

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Landschaftsbau: Der Landschaftsbau kam bei dieser Anlage etwas zu kurz! Zwar wurde bereits im zweiten eine Ecke mit Natur versehen, aber bis auf die Nachbildung eines Supermarktes samt Parkplatz an der benachbarten Ecke wurde keine Landschaft aufgebaut.

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Feuerwehr in der Landschaftsecke

Feuerwehr in der Landschaftsecke

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Die Anlage wurde wie damals üblich analog gesteuert. Als Weichenantriebe wurden umgebaute Servos verbaut. Diese mussten nur kurz anders verlötet werden, damit sie mit Gleichstrom angesteuert werden konnten. Umgestellt wurden die Weichen durch Umpolen der Gleichspannung.

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Einfahrt einer selbstgebauten Dampflok auf die Brücke

Einfahrt einer selbstgebauten Dampflok auf die Brücke

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Das Ende der Anlage kam im Jahr 1991 mit der Entscheidung, vom Silbersee nach Rheinberg, dem heutigen Vereinssitz, umzuziehen. Die geplante Demontagefähigkeit war aufgrund der Tatsachen, dass die obere Etage nicht teilbar aufgebaut wurde und dass die Kabel nicht mit Steckern an den Plattenkanten versehen waren, nicht mehr gegeben. Also wurde die Anlage getrennt und die Platten mit Weichen mit ins neue Vereinsheim genommen. Von den anderen Gleisen wurden die Gleise abgebaut, sofern das aufgrund der Schotterung einfach ging. 

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Gastfahrzeuge in der zweiten "bebauten" Ecke: Hier entstand später ein Supermarkt

Gastfahrzeuge in der zweiten "bebauten" Ecke: Hier entstand später ein Supermarkt

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Die hier gezeigten Bilder wurden ausgewählt, weil sie ein bisschen dieser ehemaligen Anlage zeigen. Leider habe ich noch keine Bilder der Anlage im ersten Bauzustand, also einstöckig, gefunden.

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