Ein funkferngesteuerter VW-Bus

Auf mehreren Jahreshauptversammlungen der internationalen Arbeitsgemeinschaft Modellbahnbau Spur 0 e.V. sah ich in den 90er Jahren immer öfter funkferngesteuerte Lkw. „Was soll dieser Quatsch?“ dachte ich mir immer wieder „wir machen doch Modellbahn und keine Modellautos“. Aber irgendwann im Sommer 2000 reizte es mich, auszuprobieren, wie klein das Auto in Spur 0 sein kann, das man mit handelsüblichen Komponenten ausrüsten kann, um dieses per Funk fernzusteuern.

.

Katalog- und Internetstudium brachte als Ergebnis, dass die Technik in einem VW-Bus unterzubringen sein müsste. Ein schöner VW-Bus, es sollte ein T1 sein, war schnell gefunden und los ging es!

.

Der fertige VW-Bus wartet am Bahnübergang...

Der fertige VW-Bus wartet am Bahnübergang...

.

Doch was muss in so einen VW-Bus nun eingebaut werden? Nachstehende Skizze zeigt das Prinzip, nach dem alle funkferngesteuerten Automodelle funktionieren:

.

Prinzipskizze

Prinzipskizze

.

Im Automodell ist eine Batterie als Energiequelle vorzusehen. Natürlich tut es auch ein Akku. Diese Batterie versorgt den Fahrmotor, den Servo für die Lenkung, den Fahrregler und den Empfänger mit Energie. Am Empfänger ist eine Antenne montiert. Dieser Empfänger empfängt die Fernsteuerbefehle und steuert entsprechend den Servo für die Lenkung und den Fahrregler an. Der Fahrregler wandelt entsprechend den Anweisungen aus dem Empflänger die Batteriespannung um und steuert somit den Motor in Hinblick auf Fahrgeschwindigkeit und Fahrtrichtung. Bei einer proportionalen Fernsteuerung regelt der Empfänger die Funktionen des Autos entsprechend der Hebelstellungen an der Fernbedienung.

.

In meinem Fall nahm ich eine Photo-Batterie von Varta (Photo-Spezial, 34×19,5×36 mm groß), welche eine große Ausdauer hatte und erst nun im Jahr 2011 ausgewechselt werden muss. Der damals kleinste Empfänger war der XP8FM 40 (27x16x10 mm groß), der genauso wie der Fahrregler MicroSpeed 4 (31x19x7mm groß) aus dem Hause Graupner stammte. Das Servo stammte vom Jamara und war das damals kleinste erhältliche. Der Motor stammte von LemoSolar und hatte die Bezeichnung escap mu 915L (35x13x10 mm groß). Neben einem Sender und den VW-Bus (Vitesse) benötigte ich noch einen Mini-Quarz aus dem Hause Graupner. Insgesamt haben die Komponenten im Jahr 2000 umgerechnet 220,- € gekostet.

.

Der Empfänger

Der Empfänger

.

Der Fahrregler

Der Fahrregler

.

Der VW-Bus wurde als erstes geöffnet und „leergeräumt“. Die Sitzbank samt Lenkrad sollte weiter verwendet werden genauso wie die Räder.

.

Ein Clubkollege übernahm die mechanischen Arbeiten: Er sägte die entsprechenden Ausschnitte in das Bodenteil des VW-Busses, baute den Antrieb samt hinterer Achse ein, konstruierte eine Lenkung und montierte diese.

.

Der eingebaute Servo samt Lenkung

Der eingebaute Servo samt Lenkung

.

Mit den Worten „Nun bist Du dran“ übergab er mir den VW-Bus und ich baute nach und nach die elektrischen Komponenten ein.

.

Hier ein Blick auf eingebautem Antrieb und Lenkung samt Servo

Hier ein Blick auf eingebautem Antrieb und Lenkung samt Servo

.

Nun wurden Fahrregler, Batterie und Empfänger eingebaut und ich musste feststellen, dass der Platz in diesem VW-Bus endlich war – es ging ganz schön eng in dem Wagen zu!

.

Alles eingebaut, nun schnell zumachen!

Alles eingebaut, nun schnell zumachen!

.

Das letzte Bild zeigt sehr schön, dass es recht eng in dem Bus zugeht. Das weiße Kabel ist die Antenne, die auch irgendwo untergebracht werden musste. Um die Empfangsleistung zu verbessern, habe ich ein kleines Stück der Antenne quasi als Auspuffersatz unter der Stoßstange raushängen lassen – der Empfang ist seitdem 1a!

.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit diesem VW-Bus auf dem Tisch im Clubheim oder zu Hause herum zu fahren. Das Rückwärtseinparken war auch immer eine besondere Herausforderung.

.

Wie ging es weiter? Nun, meine „Neugier“ war mit Bau dieses funkferngesteuerten VW-Busses erst einmal gestillt. Ich wusste, was geht und war somit zufrieden.

.

Ende 2000 besuchte ich dann – der VW-Bus war etwa vier Monate fertig gewesen – eine Modellbahnmesse in Bremen und „stolperte“ dort über einen Stand, auf dem funkferngesteuerte Lkw im Maßstab 1:87 gezeigt wurden! Ich war erst einmal platt und habe mich gefragt, wie die das gemacht haben. Des Rätsels Lösung war, dass Mitglieder dieser Gruppe Empfänger und Fahrregler in kleinster Form selber herstellten! Der Fahrregler bspw. hatte eine Größe von nur 4  x 4 x 1 mm! Entsprechend ausgerüstete Mini-U-Boote gehörten natürlich dazu.

.

Somit wusste ich, was aktuell machbar war. Und das reichte mir damals! Heute bin ich soweit, dass ich mir gut eine ferngesteuerte Kaelble-Zugmaschine samt funktionierendem Straßenroller vorstellen könnte. Oder ein Zweiwegefahrzeug mit Funkfernsteuerung, womit natürlich das Ein- und Ausgleisen machbar wäre.

.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: