Anlagen, die es nicht mehr gibt (I): MCB – Modelleisenbahn-Club-Braunschweig

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Der Modelleisenbahn-Club-Braunschweig wurde 1935 gegründet und existiert heute noch. Er dürfte damit der älteste Spur-0-Verein in Deutschland sein.

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Eine 86er mit Personenzug auf der Nebenbahn

 

Szene am Kopfbahnsteig

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Zum 50jährigen Jubiläum legte der Verein eine Jubiläumsschrift auf, die sehr interessant zu lesen war. Zeigte sie doch, wie schwer es in den Kriegs- und Nachkriegsjahren war, das gemeinsame Hobby auszuleben. Auch Details zum Bau der Anlage, von der ich nun berichte, gibt es dort zu lesen.

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Lok der BR 01 und eine V160

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Blick auf den Kopfbahnhof Amsberg

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Die zweite Anlage des MCB, um die es hier geht, wurde ab 1961 im damaligen Vereinsheim am Hauptgüterbahnhof gebaut und letztlich 1998 abgerissen – nachdem der Mietvertrag seitens der DB gekündigt wurde.

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Gleisvorfeld und Stellwerk

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BR 38 am Stellwerk

Ich konnte diese Anlage während eines Besuchs anlässlich des 50. Vereinsjubiläum besuchen und fotografieren. Diese Bilder zeige ich nachstehend.

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Zwei Güterzugloks "in Action"

Ein SVT fährt am Stellwerk vorbei

Die Anlage selbst war 22,0 m x 8,1 m groß. An Betriebsstellen waren der Kopfbahnhof Amsberg, das zugehörige Bahnbetriebswerk, der Durchgangsbahnhof Eisenbüttel, der Nebenbahnhof Rosenhagen, der Rangierbahnhof Gütersfelde mit automatischem Ablaufbetrieb und mehrere Abzweigstellen sowie ein verdeckter Abstellbahnhof vorhanden. Die gesamte Gleislänge betrug 625 m.

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Ein Besucher vor der Waschanlage

Blick ins Bahnbetriebswerk

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124 Weichen, 27 DKW, 39 Rangiersignale, 37 Haupt- und 14 Vorsignale waren vorhanden, um den Betrieb durchzuführen.

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Blick über die Anlage

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Ein Haus am Ende der Straße...

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Gefahren wurde mit einer Gleichspannung von 32 V, die in den Bahnhöfen von 8 bis 25 V geregelt werden konnte. Auf der freien Strecke wurde eine feste Spannung von 25 eingespeist. 42 Transformatoren und 4050 Relais waren in der Anlage verbaut.

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Stellwerk in Bau

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Personenzug auf dem Außenkreis...

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Die eingesetzten Fahrzeuge entstanden im Laufe der Vereinsgeschichte weitgehend im Selbstbau. Im Einzelnen gab es 2A ,,Braunschweig“, BR 01, 03, 38, 42, 43, 2 x 64, 86,2 x 89, im Bau befanden sich: BR 05, 23, 80, V 20, 4 x V 60, V 80, V 90, 4 x V 160, V 200, V 300, 1 Do 1 Krauß-Maffei-Versuchslok, Vt 04, Vt 137, im Bau befanden sich: 2 x V 36, VT 98, VT 177, 42 Personenwagen sowie 158 Güterwagen.

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... verschwindet gleich im Untergrund

... verschwindet gleich im Untergrund

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Drüber und drunter...

Drüber und drunter...

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Zusammenfassend kann ich sagen, dass diese Anlage mich damals beeindruckt hat. Und zwar aufgrund des Alters und des Aufwands, der damals schon getrieben wurde, um einen vorbildgerechten Bahnbetrieb darzustellen. Okay, die Schienenprofile waren zu groß (wurden in einer Gemeinschaftsaktion mit einem Hamburger Spur-1-Verein beschafft, als es keine Profile gab) und der Schwellenabstand war etwas groß, auch manches Fahrzeug wirkte, als wenn es aus einem Holzblock herausgeschnitzt worden war, aber der Betrieb und die Größe der Anlage waren beeindruckend!

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Auch neben den Gleisen wurde vieles gestaltet...

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Ein Kohlenhändler war dort auch zu finden.

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Durch die Kündigung des Vereinsheims im Laufe des Jahres 1997 hatte der MCB große Probleme, ein neues Vereinsheim zu finden. Zwar wurde die Anlage so abgebaut, dass sie wieder zusammengesetzt werden könnte, aber letztlich ist es nicht mehr zu einem Neuaufbau gekommen.

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Eine Baracke zwischen den Gleisen...

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Nach einem weiteren Umzug ist der Verein derzeit ohne eigenes Vereinsheim. Aus diesem Grund werden nun Module gebaut, damit man jederzeit eine neue Vereinsanlage aufbauen kann.

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Ein kombinierter Neigungs- und Profilmesswagen

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Hier geht es zur Homepage des heutigen MCB!

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Comments
One Response to “Anlagen, die es nicht mehr gibt (I): MCB – Modelleisenbahn-Club-Braunschweig”
  1. Thomas sagt:

    Hallo Stefan,

    auch ich konnte die Anlage noch besichtigen.
    Obwohl die Anlage aus heutiger Sicht nicht wirklich schön war, hat mich damals die Spurweite Null und die Anlagengröße schon sehr beeindruckt.

    Gruß
    Thomas

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