Ripoli – eine Idee, die heute noch Gültigkeit hat

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Ripoli? Was soll das sein?
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Diese Frage dürfte nun einigen durch den Kopf gehen. Dabei ist die Erklärung für dieses Wort recht einfach:
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Rivarossi Pola Lima – jeweils die ersten beiden Buchstaben der drei Firmennamen aneinandergereiht ergeben eben Ripoli.
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Doch was steckt hinter Ripoli?
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Im Jahr 1988 nahm ein Mitglied der ARGE Spur O e.V. namens Eike Dechow (leider mittlerweile verstorben) mit mir Kontakt auf. Ich weiß nicht mehr, ob wir uns auf der Modellbau 88 in Dortmund (damals noch nicht Intermodellbau heißend) bewusst zu diesem Thema getroffen hatten, vielleicht beim freitäglichen Spur-0-Stammtisch während der Messe in Dortmund. Jedenfalls hatte Eike die Idee, alle Ideen zum Umbau von den vorhandenen Kunststoffmodellen der drei Firmen, die damals noch auf dem Markt erhältlich waren, zusammen zu stellen und damit anderen Modellbahnern Anreiz zu geben, selber mal einen Umbau zu wagen oder gar neu zur Spur 0 zu kommen. Wohlgemerkt, eine Firma wie Lenz gab es nicht und die „Lücke“ zwischen den Kunststoffmodellen und den Messingmodellen (Kleinserie) klaffte riesengroß. Zwischen diesen beiden „Lagern“ gab es viele Selbstbauer, aber das war nicht das, womit man Neulinge in der Spur 0 eben für diese Spur 0 begeistern konnte.
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Zurück zu Ripoli: Eike Dechow sammelte alle Ideen und gemeinsam mit Michael Körner, einem anderen ARGE-Mitglied, und mir wurde das große Vorbild untersucht, um Güterwagen, Personenwagen und Lokomotiven zu finden, die sich aus den vorhandenen Fahrzeugen umbauen ließen.
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Am Ende der Untersuchungen und Studien wurde der Ripoli-Stammbaum gezeichnet und später mal digital neu gesetzt.
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Das ist der Ripoli-Stammbaum (ein Klick auf das Bild öffnet ein neues Fenster mit einer großen Datei):
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Wie liest man nun diesen Stammbaum?
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Nun, in der Mitte sind die sechs verschiedenen Zweiachs-Fahrwerke der drei Hersteller zu finden. Von diesen Fahrwerken gehen Striche zu den Aufbauten, die vorhanden sind. Diese vorhandenen Modelle stehen innerhalb des gestrichelten Kreises.
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Außerhalb des gestrichelten Kreises stehen dann die Fahrzeuge, die sich mit den Komponenten des Kreises mit mehr oder weniger Aufwand umbauen lassen. An den Verbindungsstrichen steht manchmal dran, was zu beachten ist.
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Links oben in der Ecke sind die zwei vierachsigen Kesselwagen von Rivarossi und Lima zu finden.
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Links unten sind die vierachsigen Reisezugwagen von Rivarossi und Lima Basis für neue Modelle.
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Am rechten Rand wurden die Loks der drei Hersteller und was daraus umbaubar ist aufgelistet.
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Aber: Dieser Stammbaum sagt nichts darüber aus, wie groß der Umbau-Aufwand bei den einzelnen Modellen tatsächlich ist! Bei manchen Modellen muss viel gebastelt werden, bei manchen weniger. Wer sich aber für ein Modell entscheidet, weiß nun wenigstens auf einem Blick, was bei seinem (Um-)Bau als Basis herhalten kann. Ein weiterführendes Vorbildstudium bleibt keinem erspart…
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Soweit der Ripoli-Stammbaum. Ich würde mich freuen, wenn das Hervorholen dieses „Schatzes“ Zuspruch findet und vielleicht manch einer von Euch einen Umbau nach diesem Stammbaum wagt. Ich bitte aber auch, sich bei der Bewertung dieses Stammbaums in Erinnerung zu rufen, dass damals noch keine Güterwagen-Fachliteratur wie die Bände von Stefan Carstens oder aus dem EK-Verlag zur Verfügung standen…
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Übrigens: Dieser Stammbaum erschien im Jahr 1989 in der Spur-O-Lokomotive, Ausgabe 2. Ein Fortsetzungsbericht, der die Gespräche während der Mitgliederversammlung 1990 beschrieb, erschien in Ausgabe 3/90. Danach wurde es leider still um Ripoli, aber es sind einige Umbauten nach diesem Schema entstanden, teilweise erschienen diesbezüglich auch Bauberichte in der Spur-O-Lokomotive. Dieser Bericht erschien auch im Schnellenkamp-Forum, dort sind auch noch weitere Beispiele von Umbauten nach diesem Programm aufgelistet.

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Von mir sind auf dieser Seite folgende Berichte erschienen, die auch zu diesem Thema passen:

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Umbau zweier V20 zu einer V36.4

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Auch der Umbau eines O-Scale-Kesselwagens zu einem Schmalspurtransportwagen passt zum Thema.


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One Response to “Ripoli – eine Idee, die heute noch Gültigkeit hat”
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  1. […] Dieser Bausatz ließ sich in kurzer Zeit montieren – für die Montage war eigentlich kein Klebstoff erforderlich, alle Teile ließen sich einklipsen, anschrauben oder eindrücken. Allerdings empfahl es sich, bei der Montage schon an eine Verfeinerung zu denken: Einsatz von Metallrädern, Anbau von Federpuffern, Austausch der Kupplung gegen Original-Hakenkupplung, Anbringen einer richtigen Pufferbohle. Wer noch mehr machen wollte, konnte Handgriffe anbringen, die Klips-Öffnungen des Daches verschließen und das Modell mit anderer Farbe per Airbrush-Pistole optisch verbessern. Die Modelle boten also viel Potenzial zum Supern. Mehr zum Thema “Umbauen” der RaiMo ist hier zu finden: RiPoLi. […]



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