Genormte Güterwagenbauteile beim Vorbild (1/2)

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Durch Zufall stieß ich auf einige Skizzen, die sich den Vereinheitlichungen der UIC widmeten. UIC? Der UIC ist der Internationale Eisenbahnverband (UIC) (franz. Union internationale des chemins de fer) und wurde am 01.12.1922 mit dem Ziel, die Betriebsbedingungen der europäischen Eisenbahnen zu vereinheitlichen. Der UIC hat seinen Sitz in Paris und ist eine weltweite Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen. Mehr zum UIC gibt es bei Wikipedia.

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Dieser UIC hat auch Bauteile und Bauarten von Eisenbahn-Wagen (Reisezug-Wagen und Güterzug-Wagen) genormt. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen dann die bekanntesten UIC-Standard-Güterwagen auf die Schienen – der geschlossene Wagen von Lima oder der offene Wagen von Rivarossi sind bekannte Beispiele für diesen UIC-Standard-Güterwagen auf Spur-O-Schienen.

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Kommen wir zur Standardisierung nach dem zweiten Weltkrieg. Der UIC hat in enger Zusammenarbeit mit den europäischen Bahnen (die junge Deutsche Bundesbahn war dabei) folgende Wagentypen genormt (Klick auf das Bild für eine größere Darstellung):

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Für die UIC-Wagen gibt es nur wenige Grundtypen, um möglichst viele Teile austauschbar zu halten. Bei der  Deutschen Bundesbahn sind G-Wagen und O-Wagen des Typs I nicht in Dienst gestellt worden.

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Wie weit die Normung ging, zeigt folgendes Bild – gezeigt wird das Metallgerippe eines G-Wagens des Typs II:

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Die Bezeichnungen an den einzelnen Profilen geben Auskunft über die Größe der Profile. Die U-Profile haben eine eigene Kennzeichnung („C24“), bei denen die Ziffer die Höhe des U-Profils in Zentimeter angibt. Da auch die Profile genormt worden sind, können die weiteren Abmessungen der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

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Die nachfolgende Skizze zeigt sehr schön, wie der UIC die Verschalung der Bretter und deren Fugen neu genormt hat. Links die alten Verschalungen und Fugen, rechts die UIC-Ausführungen:

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In Deutschland hatten nur wenige Güterwagen (z.B. aus der ersten Lieferserie) nach UIC-Muster gebauten Güterwagen Verschalungen aus Holzbrettern. Sehr bald wurd die gedeckten Güterwagen mit einer Verschalung aus Kunststoffplatten versehen. Die Seitenwände bei gedeckten Wagen bestanden aus 25 mm starken Holzbrettern Die Stirnwände bestanden bis zu einer Höhe von 600 mm aus 40 mm starkem Holzbrettern und dann aus 25 mm starkem Holzbrettern.

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Genormt wurden natürlich auch Tritte und Griffe. Nachstehend zeige ich frei Skizzen für Griffe an der Ecksäule, der Schiebetür und an der Stirnwand:

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Zur Stirnwand gehört auch die nachstehende Skizze eines Trittes an der Stirnwand:

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Es gibt bei den UIC-Güterwagen folgende Dacharten:

  • Aluminiumdach (Leichtmetalldach)
  • PVC-Dach

Das Aluminiumdach ist an den Abdeckstreifen (Dachrippen) zu erkennen. Da das Aluminiumdach nicht aus einem Stück besteht, sondern aus vielen Aluminiumstreifen, müssen die Übergänmge von einem zum nächsten Streifen durch besondere Profile abgedeckt werden. Diese Bauweise wird wird auch Schweizer Bauart genannt.

Das PVC-Dach ist in glatt ohne Rippen.

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Hier nun eine Skizze des Alu- Daches der „Schweizer Bauart“:

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Im zweiten Teil werde ich die genormten Bauteile am Fahrwerk der zweiachsigen UIC-Güterwagen zeigen – Teil 2 erscheint in wenigen Tagen!

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Comments
One Response to “Genormte Güterwagenbauteile beim Vorbild (1/2)”
  1. Hallo Herr Panske,

    toller Beitrag, hoch informativ! Ich freue mich schon auf den zweiten Teil. Das kann ja die Modellbauer nur anregen zu neuen Taten!

    Danke!
    Helmut Eßlinger

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