Ein einfacher Antrieb für die V20 von Pola/RaiMo

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Von einem Spur 0er bin ich nach einem Antrieb für die V20 gefragt worden. Da erinnerte ich mich an eine V20 von mir, die mit einem einfachen Antrieb versehen ist, der sich für alle Innenrahmen-Lokomotiven eignet.

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Der Antrieb für die V20 ist einfach aufgebaut sind und dank des verwendeten Faulhaber-Motors jahrelang störungsfrei in Betrieb gewesen. Da ich der Meinung bin, dass sich diese Antriebskonzeption sowohl für den Anfänger wie für den Fortgeschrittenen eignet, stelle ich diese Idee hier einmal vor. Grundgedanke war die Überlegung, dass die V20, damals noch ohne Digital-Technik, einen sanften Anlauf und einen sichtbaren Auslauf haben sollten. Die Betriebseigenschaften der Glockenankermotoren (Firma Faulhaber) kamen mir da sehr entgegen. Da ein Schneckengetriebe selbsthemmend ist, kam nur ein Stirnradgetriebe in Frage, um den Auslauf sicherzustellen. Ziel war es, den Antrieb mit einfachen Mitteln zusammenbauen zu können. Diese Bedingungen erfüllt der Antrieb, der von einem Clubkollegen entwickelt wurde und seit über 25 Jahren in vielen Lokomotiven im Einsatz ist. Theoretisch ist die Montage sogar am Küchentisch möglich.

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Ich zeige hier die Motorisierung einer Innenrahmen-Lokomotlve (V 20), die mit einem Motor auskommt.

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Prinzip des Antriebs - Schnitt durch den Rahmen der Lok

Im Prinzip brauchen wir nur einen Halter, welcher den Motor (Typ 2020 8 012 S) aufnimmt und die Verbindung zur Achse herstellt. Durch den geringen Platz im Fahrwerk der Lokomotive muss der Motor nach oben verlagert werden. Hierzu brauchen wir ein Zwischenzahnrad mit 40 Zähnen (Modul 0,5). Bleiben wir aber erstmal beim Halter. Ein kurzes Stück Kupferrohr mit der Länge von ca. 10 mm und einem Innendurchmesser von 20 mm nimmt den Motor auf. Mit zwei Schrauben, die durch dieses Rohr geschraubt werden, kann der Motor fixiert werden.

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An dieses Rohr wird ein Stückchen Messingprofil (8 x 2,5 mm) mit einer Länge von 30 mm angelötet. Hier werden zwei Löcher hineingebohrt: die Maße können Sie der Skizze entnehmen. Das kleinere Loch wird mit einem Gewinde versehen (M3) und nimmt das Zwischenzahnrad auf. Das untere Loch ist für den Achshalter gedacht. Hier muss man sich nach der verwendeten Achse richten.

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Die Maße des Antriebs

Da ich Achsen mit 5 mm Durchmesser verwendete, nahm ich ein 6 mm-Rohr aus Messing mit 13 mm Länge. Für den genauen Lauf muss man den Achshalter unbedingt winklig einlöten, da das Getriebe sonst nicht sauber läuft. Wenn dieser Halter zusammengelötet wurde (Kleben geht natürlich auch!), wird das Zwischenzahnrad mit einer M3-Schraube montiert.

Kommen wir zur Achse. Die Achse, die bereits in ein Rad eingedrückt ist, wird in den Achshalter eingeschoben. Von der anderen Seite wird nun ein Zahnrad mit 30 Zahnen (M 0,5) aufgesetzt und mit zwei Madenschrauben fixiert. Jetzt sollten sich die Achse und das Zwischenzahnrad leicht drehen lassen. Bevor das andere Rad aufgedrückt wird, muss ein weiteres Stück Messingrohr mit einer Länge von 7 mm aufgesteckt werden. Dieses Stückchen Rohr dient als Lager auf der anderen Seite.

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Die Einzelteile des Antriebs

Nachdem das andere Rad aufgedrückt ist (auf das richtige Spurkranz-Innenmaß achten!), kann der Motor mit aufgesetztem Zahnrad die Räder leicht drehen. Im Prinzip ist der Antrieb nun fertig zur Montage. Hierzu den Motor am besten wieder herausnehmen und den Halter mit der Achse von unten in das Fahrwerk einsetzen. Eventuell müssen die Löcher im Fahrwerk für die Achse auf das Maß der Messingröhrchen aufgeweitet werden.

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Links montiert ohne Motor, rechts komplett und fertig zum Einbau

Die zweite Achse kann über die Kuppelstangen oder durch einen zweiten Motor angetrieben werden, beides ist möglich.

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Nun ein paar Bilder meiner Lok, die 1984 diesen Antrieb erhielt und auch heute noch damit fahrbereit ist!

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Eingebauter Antrieb mit Spuren jahrelangen Betriebs

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Der Motor und das Zwischenzahnrad

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Blick ins Führerhaus, der Motor ist gut zu erkennen

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Teileliste:

  • 10 mm Kupferrohr (Innendurchmesser 20 mm)
  • 30 mm Messingprofil (Rechteck 8 x 2,5 mm)
  • Messingrohr, 6 mm Durchmesser
  • 1 Zahnrad 10 Zähne, Modul 0,5
  • 1 Zahnrad 30 Zähne, Modul 0,5
  • 1 Zahnrad 40 Zähne, Modul 0,5
  • 2 Schrauben M3 zur Fixierung des Motors
  • 1 Schraube M 3 zur Lagerung des Zwischenzahnrads
  • 1 Motor (Faulhaber 2020B 012 S)
  • Madenschrauben
  • evtl. neue Achsen (die Originalachsen tun es aber auch)
  • und ein bisschen Geduld beim Zusammenbau.

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