Der Lenz-Programmer

Unter der Bestellnummer 23170 ist bei Lenz ein Decoder Programmer erhältlich. Mit ihm lassen sich Lenz-Decoder und andere DCC-konforme Decoder am PC programmieren und Lenz-Decoder lassen sich auch updaten.
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Nach Öffnen der kleinen Schachtel sieht man zuerst eine CD und ein kleines Handbuch. Darunter liegen der eigentliche Programmer sowie ein Netzteil samt Anschlusskabel und ein USB-Kabel.

Decoder-Programmer von Lenz

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Auf der CD sind die eigentliche Software, passende Treiber und ausführlichere Anleitungen zu finden.

Als Systemvoraussetzungen nennt Lenz einen PC mit Windows XP oder Vista – weitere Voraussetzungen sind nicht genannt. Die Software selber gibt es weder in einer Apple-Version noch in einer für Linux.

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Wie bei allen Sachen empfiehlt es sich, vor Installation des Programmers die Anleitung zu lesen. Das beiliegende Anleitungsheftchen behandelt nur die reine Installation. Hinweise zum Betrieb des Programmers sind nur auf der beiliegenden CD zu finden. Die Installation der Software und der USB-Treiber ist in der Anleitung gut und ausführlich Schritt für Schritt erklärt. Ich finde, dass diese Erklärungen gut und wichtig sind, denn die Installationssoftware ist komplett in Englisch gehalten. Die eigentliche Programmer-Software hingegen lässt sich nach der Installation beim ersten Aufrufen auf Deutsch umstellen.

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Zum Test habe ich ein Netbook (EEEPC) genutzt – ich wollte im Eisenbahnkeller nicht noch einen PC aufbauen müssen. Da das Netbook kein CD-Laufwerk hat, habe ich den Inhalt der CD vorher auf USB-Stick gespeichert. Der Programmer wurde über die USB-Schnittstelle angeschlossen.

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Die Installation selber läuft auch Dank der Anleitung ohne Probleme. Die Software wie auch die Treiber ließen sich auch gut vom USB-Stick installieren.

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Nach Durchführung der Installation findet der User drei Programm-Icons auf seinem Desktop: eines für den Decoder-Programmer (CV-Editor), eines für den Decoder-Uploader und eines für einen Online-Fahrregler (USB-Fahrpult). Beim Starten eines dieser drei Programme wird ein Server-Programm gestartet, welches die Verbindung zum externen Programmer herstellt.

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Da ich einen Hinweis darauf erhielt, dass manche Loks beim Programmieren etwas rollen, habe ich als Programmiergleis einen Rollenprüfstand angeschlossen.

Versuchsaufbau

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Als erstes habe ich den Decoder-Uploader gestartet. Er hat sofort die auf dem Rollenprüfstand stehende V36 analysiert und mir mitgeteilt, dass ein Update des Decoders möglich ist. Es wurde auch ein Update mitgeliefert, so dass ich erst den Decoder auf den neuesten Stand brachte. Das geschah nach wenigen Mausklicks und ging sehr schnell.

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Danach habe ich den CV-Editor gestartet. Dieses Programm bietet die Möglichkeit, den Programmer so zu betreiben, als wenn ein Programmiergleis angeschlossen ist oder im PoM-Modus (Programm on Main – Programmieren im Betrieb). Nur der erste Modus bietet die Möglichkeit, die CV-Werte auch auszulesen. In einer anderen Einstellung lässt sich regeln, ob die CV einzeln nacheinander angegeben werden sollen oder ob sie in logische Gruppen zusammen gezeigt werden sollen. Als weitere Option lässt sich einstellen, ob die Bitdarstellung wie bei Lenz oder wie bei den normalen DCC-Decodern erfolgen soll. Das Programmfenster selbst bietet auf der linken Hälfte die Möglichkeit, die gewünschte CV auszuwählen. In der rechten Hälfte werden dann Eingabefelder angezeigt, in denen entweder der ausgelesene CV-Wert angezeigt wird oder anklickbare Felder (Kontrollkästchen) zu sehen sind. Unten rechts sind Buttons, mit denen man entweder Gruppenweise CV auslesen oder schreiben kann bzw. das selbe für alle CV gleichzeitig. Wenn man nur einen Wert ändern möchte, geht das auf der rechten Seite des Programmfensters auch direkt.

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Mein erster Schritt war nun, die CV meiner V36 alle auf einmal auszulesen. Das Auslesen der CV dauert seine Zeit, insbesondere wenn alle CV ausgelesen werden, hat man eine kleine Pause. Das ist nicht ungewöhnlich, auch andere Programmer benötigen diese Zeit. Nun habe ich die ausgelesenen Werte erst einmal gesichert. Dazu werden alle CV samt Werte in eine Datei geschrieben, die später auch wieder eingelesen werden kann. Das ist meines Erachtens eine wichtige Funktion, besonders wenn man mehrere Decoder mit den gleichen Werten versehen möchte oder man seine individuellen Werte gesichert haben möchte (oder wissen Sie noch, mit welchen Werte Sie vor fünf Jahren einen Decoder programmiert haben???).

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Das Ändern einzelner Werte ist problemlos möglich, die geänderten Werte lassen sich entweder einzelnen oder gesamthaft in den Decoder schreiben.

Eine besondere Mögllichkeit bietet der Programmer damit, dass er das Laden von Decoder-Beschreibungen ermöglicht. Decoder-Beschreibungen sind vorgefertigte Dateien, die das Aussehen des Hauptfenster dahingehend verändern, dass nur noch die programmierbaren CV im linken Fenster angezeigt werden. Weiter werden im rechten Fenster Erklärungen zu den einzelnen CV eingeblendet, die individuell für den zu programmierenden Decoder gemacht sind. Lenz hat im Lieferumfang Beschreibungen für die gängigen Lenz-Decoder. Für die Spur-0-Lokomotiven von Lenz sind die Beschreibungen hier downloadbar:

Spur O Decoderbeschreibungen

Durch die Beschreibung werden auch die CV ausgeblendet, die im Decoder nicht programmierbar sind – alles in allem sind diese Decoder-Beschreibungen quasi eine Oberflächen-Steuerung für den Decoder, womit das Aussehen der Programmieroberfläche an den Decoder angepasst wird. Diese Decoder-Beschreibungen lassen sich auch selber erstellen.

Links das Auswahlfenster des Programmers, rechts der Eingabebereich

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So verändert sich das Programmierfenster nach Ladens der Decoder-Beschreibung, hier der V36.

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Durch die Möglichkeiten, die der Programmer bietet, kann man alle DCC-konformen Decoder mit ihm programmieren. Leider ist es nicht möglich, mit dem Programmer Soundmodule zu programmieren – zwar lassen sich die CV, die das Soundmodul steuern, programmieren, aber es lassen sich keine neuen Töne auf Soundmodule speichern. Lenz erklärt das mit dem nicht vorhandenen Standard im SUSI-Bereich.

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Ich habe im Versuch die V36 von Lenz ohne Probleme programmieren können – und das deutlich eleganter und schneller als mit der normalen Lenz-Zentrale mitsamt LH90. Als nächstes habe ich zwei Loks mit ESU-Loksound 2-Decodern ausprobiert. Auch hier bereitete die Programmierung der CV keine Schwierigkeiten, einzig die Decoder-Beschreibungen lagen (natürlich) nicht vor. Der in einem Forum geschilderte Effekt, dass Loks einige Zentimeter beim Schreiben der CV gerollt sind, trat bei meinen Lenz-Loks und den Loks mit ESU-Decoder nicht auf. Allerdings habe ich diesen Effekt bei einem Freund, der Loks mit ZIMO-Decodern hat und die Lok mit dem “Commander” programmierte, beobachten können. Diese Lok bewegte sich einige Zentimeter. Leider habe ich mangels Masse den Lenz-Programmer nicht mit ZIMO-Decodern testen können. Meine Testloks bewegten sich keinen Millimeter.

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Das nächste Programm ist der USB-Fahrregler. Mit diesem Fahrregler lässt sich die Lok auf dem Programmiergleis gleich austesten. Es bietet einen Schieberegler für die Fahrstufen, eine vierstellige Anzeige für die Lokadresse (im Bild unten sind nur vier waagerechte Striche dargestellt) und 28 Funktionstasten zzgl F0 für das Licht. Eine Stopptaste rundet die Oberfläche ab. Die Bedienung des Fahrreglers ist problemlos möglich. Eine Auswahl der Lokadresse erfolgt durch Anklicken der Lokadresse und Eingeben der neuen Adresse. Die Eingabe muss mit Return bestätigt werden, nur dann lässt sich die Lok auch steuern! Die Bedienung der Funktionstaste erfolgt durch einfaches Anklicken. Leider lassen sich die Funktionstasten nicht zwischen Dauer- und Impulsbetrieb umstellen. Ggf. ist ein schneller Zeigefinger an der Maus erforderlich…

Links das Auswahlfenster des Programmers, rechts der Eingabebereich

Links das Auswahlfenster des Programmers, rechts der Eingabebereich

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Soweit die erste Beschreibung. Die Screenshots sind alle offline erstellt worden, deswegen sind evtl. nicht alle Button anklickbar dargestellt.

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Mein erstes Fazit: Der Programmer lässt sich intuitiv bedienen und stellt eine komfortable Möglichkeit dar, Decoder zu programmieren. Durch die Möglichkeit, die CV-Werte abzuspeichern und wieder aufzurufen kann man eine Bibliothek der individuellen Einstellungen der eigenen Lokomotiven anlegen. Dadurch, dass nicht nur Lenz-Decoder, sondern auch alle anderen DCC-konformen Decoder programmierbar sind und sich das Programm auf Lenz-Zählweise oder andere Zählweise der Bits einstellen lässt, ist der Prgorammer auch für Nicht-Lenz-Decoder-Nutzer interessant.

Soweit mein erster Test. Ich hoffe, ich konnte Euch den Programmer gut vorstellen.

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