Modellbau West 2010 in Rheinberg

Auch in diesem Jahr fand vom 12.11. bis 14.11.10 in den Rheinberger Messehallen die Modellbau West 2010 statt. Natürlich musste ich wieder dahin und bei Erreichen des Messe-Parkplatz davon überrascht, dass auf einmal eine Parkgebühr in Höhe von 1,- € zu zahlen ist. Allerdings konnte ich ohne zu zahlen und ohne einen Parkschein zu erhalten, auf den Parkplatz fahren. Gezahlt wurde bei Verlassen des Parkplatzes.

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Der Eintrittspreis betrug 10,- € (konnte aber durch Gutscheine von der Homepage des Veranstalters reduziert werden) – also gut, was gab es für insgesamt 11,- € Interessantes in Spur 0 zu sehen?

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Nach Betreten der Hallen überkam mich das Gefühl, dass die Messe kleiner geworden sei, also weniger Aussteller zu finden sind. Ich habe nicht nachgezählt, fand diesen Eindruck später in den Hallen mit den funkferngesteuerten Landfahrzeugen und den Flugzeugen bestätigt.

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Die Modellbahnanlagen standen alle in der hintersten Halle, so dass alle Besucher erst einmal durch den kaufmännischen Teil der Messe gehen musste, um zur Modellbahn zu kommen.

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Im Verkaufsteil der Messe war genau ein Spur-0-Eisenbahn-Fahrzeug zu finden: Eine Pola-V-20 stand einsam an einem Stand, einfach montiert aus einem Bausatz, nicht gesupert oder so. Der Verkäufer war sehr abweisend, so dass ich aufgrund dieses Verhaltens und der Tatsache, dass ich keine V 20 brauche, nicht nach einem Preis gefragt habe. Weiter gab es ein paar Tin-PLate-Fahrzeuge, unter anderem von Fleischmann, zu kaufen. Preise habe ich nicht eruiert, da ich nicht unbedingt ein Tin-Plate-Fan bin. Allerdings gab es sehr viele Autos im Maßstab 1:43 zu kaufen – ich habe einen Löschwagen erstanden, doch dazu später in einem anderen Beitrag mehr.

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Insgesamt gab es zwei Stände, die für Spur 0er interessant waren – der erste war von Karlludwig Ostermann, der seine wirklich große Sammlung an Feuerwehrfahrzeugen im Maßstab 1:43 präsentierte. Für 2011 plant er, mit Hilfe eines Lenz-Kesselwagens ein Diorama auszustellen.

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Weiter ging es zum zweiten Stand, einer Anlage mit Spur O und Oe. Hier zeigte ein niederländischer Verein seine Ausstellungsanlage: Der Modelspoorclub Oost Brabant.

Diese Ausstellungsanlage stellt eine westliche holländische Landschaft mit vielen Holz-Häusern (Holz = Hout auf Niederländisch, daher auch der Name der Anlage: Houthuizen).

Sie ist als Rundum-Anlage konzipiert und hat auf der einen Längsseite einen kleinen Bahnhof vor der historischen Altstadt mit Blockhäusern. Hier schließt eine Oe-Bahn an und stellt den Anschluss ist die Fläche dar.

Dieser kleine Regelspur-Bahnhof hat für die Regelspur ein Bahnsteiggleis und ein Überholgleis. Das Überholgleis ist mit Fahrleitung versehen, genauso wie der gesamte Kreis. Weiter gibt es im Bahnhof ein paar Nebengleise zum Be- und Entladen von Güterwagen.

Die Strecke führt im Anschluss an den Bahnhof in einem engen Radius um 180 Grad auf die rückwärtige Anlagenseite. In diesem Gleisbogen findet sich eine gut gemachte Klappbrücke.

Weiter führt das Streckengleis vorbei an einer Windmühle, über einen Bahnübergang und vorbei an ein paar Wohnhäusern.

Im Übergang zum Gleisbogen zurück zum erwähnten Bahnhof befindet sich ein Sägewerk, welches ebenfalls mit einer Oe-Bahn erschlossen ist.

Im nun anschließenden Halbkreis der Regelspurbahn zurück zum Bahnhof ist ein kleiner Schattenbahnhof mit einer dreigleisigen Schiebebühne integriert. Die beiden Oe-Bahnen enden ohne Verbindung miteinander im Schattenbahnhof, die beiden Züge pendeln also automatisch aus dem Schattenbahnhof zum Bahnhof bzw. zum Sägewerk.

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Die Anlage selbst ist im Regelspurteil mit ETS-Gleisen und -Weichen ausgestattet. Es verkehren auch nur ETS-Fahrzeuge: Eine Dampflok mit zwei Personenwagen, eine zweiachsige Diesellok mit zwei Güterwagen und dann gab es noch eine zweiachsige Elektrolok, die bei meinem Besuch nicht zum Einsatz kam. Auf der Oe-Strecke vom Bahnhof in den Schattenbahnhof verkehrt eine Fleischmann-Magic-Train-Lok mit einem selbstgebauten Personenwagen.

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Die Gestaltung der Landschaft ist typisch für die Niederlande, allerdings sehr farbenfroh. Die Gebäude sind sehr schön gebaut und stellen typische Bauten aus dem Nachbarland dar. Die Gebäude habe ich als sehr ansprechend emfunden.

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Im Schattenbahnhof hing eine kleine Anleitung, wie die Anlage zu bedienen sei. Obwohl dort stand, dass die Züge langsam fahren sollten, brachen die Dampflok und die Diesellok wohl alle Geschwindigkeitsrekorde der Niederlande…

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Tja, das war alles, was an Spur O in diesem Jahr in Rheinberg auf der Messe zu sehen war. Nun stellt sich die Frage, ob diese „Ausbeute“ den Eintrittspreis von 10,- € zzgl. 1,- € Parkgebühren rechtfertigt, dann würde ich diese Frage mit einem klaren „Nein“ beantworten!

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So nebenbei gab es noch eine kleine Posse beim Verlassen des Parkplatzes: An der Ausfahrt stand eine freundliche Dame und kassierte meinen Euro für das Parken. Als Gegenleistung übergab sie mir einen gelben Zettel mit einer vierstelligen Nummer, zufällig der alten Postleitzahl von Rheinberg:

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Als sie mir diesen Zettel reichte, schaute ich sie verständnislos an und fragte nach einem Beleg für den bezahlten Euro. Sie meinte, der gelbe Zettel sei der Beleg. Ich erwiderte, dass der Preis gar nicht drauf stünde und erwartete nun einen Beleg, der mir als Quittung dienen könnte. Sie meinte weiterhin, dass das der Beleg sei und als ich dann meinte, dass so ein Tombola-Abschnitt niemals eine Quittung sei und ich darauf beharrte, eine richtige Quittung mit allen Angaben zu erhalten (nun machte mich die Situation sauer und wollte wirklich eine Quittung haben!), kam Unruhe auf und das Funkgerät am Gürtel wurde genutzt, um nachzufragen, wie das nun ginge.

Darauf kam die Auskunft, dass ich wieder in die Messehalle zur Information gehen möge und dort die Quittung erhielte. Nun sagte ich der Dame, dass das unlogisch sei, weil ich, um in die Halle gehen zu könne, das Auto auf dem Parkplatz parken müsse und ich ja nun einen Euro bezahlt hätte, um diesen zu verlassen. Wenn ich den Parkplatz aber verließe, dann hätte ich das Auto dabei und käme nicht in die Halle, da ich es außerhalb des Parkplatzes nicht abstellen könne. Wenn ich es aber auf dem Parkplatz ließe, dann wollte ich meinen Euro wieder zurückhaben, da ich den Parkplatz ja noch nicht verlassen würde und müsste den „Beleg“ zurückgeben, woraufhin ich in der Halle nichts hätte, um zu beweisen, dass ich das Parkentgelt bezahlt hätte.

Mit dieser Info war die Dame sichtlich überfordert. Wäre das ganze in einem Science-Fiction-Film gewesen, dann hätte sich nun offenbart, dass sie ein Roboter gewesen wäre und würde in den Augen ein „Tilt“ oder ein „Overflow“ stehen haben. Aber das war die Realität und die Dame wusste weder ein noch aus.

Also habe ich brav den Parkplatz mitsamt Zettel verlassen, das Auto vor dem Messe-Eingang wild geparkt – dem hinzueilenden Ordner habe ich die ganze Geschichte erzählt, aber bevor bei ihm das „Tilt“ in den Augen kam, meinte er nur, ich solle die Warnblinkanlage einschalten und reingehen.

An der Einlasskontrolle dann noch einmal die ganze Geschichte erzählt und die Info erhalten, dass der Veranstalter da nichts für könne und die Messegesellschaft verantwortlich sei. „Okay, und wo finde ich die?“ war dann meine nächste Frage. Daraufhin wies man mir den Weg zum Büro und ich fand dort eine Blondine vor. Sie bemühte sich auch, mir schnell eine Quittung auszustellen.

Als ich dann anmerkte, dass sie bitte in ihrer Handschrift auch den gültigen Steuersatz eintragen möge, war die kaufmännische Dame wieder überfordert – schon wieder kein „Tilt“ in den Augen… Sie rief dann über Handy einen Verantwortlichen und meinte, dass er dann auch gleich die Quittung unterschreiben könne.

Aha, dachte ich mir und hinterfragte die Vertragsverhältnisse. Demnach hat die Messegesellschaft eine Drittfirma mit der Bewirtschaftung des Parkraums beauftragt und kassiert nur die Überschüsse der Firma – komisches Konstrukt, sie wies also nun auf einmal jegliche Verantwortung von sich bzw. der Messegesellschaft.

Als der Herr dann endlich kam, nannte er den Steuersatz und unterschrieb die Quittung. Als ich dann anmerkte, wer denn nun der Aussteller der Quittung sei, antwortete er „ich“. Okay, sagte ich, und für welche Firma sei das? Daraufhin bekam die Quittung noch von der Blondine einen Stempel der Messegesellschaft – wobei ich dachte, dass das doch Aufgabe des Auftragnehmers sei…. Ich verkniff mir die auf meiner Zunge liegende Frage nach der Rechtmäßigkeit  – ich hatte Angst, dass ich bei der Blondine doch noch ein „Tilt“ ernten würde….

Diese kleine Aktion hat sagenhafte 20 Minuten gedauert – ich hatte meinen Spaß daran, das muss ich zugeben!😉 Übrigens meinte der Herr, dass ich schon der zweite gewesen sei, der nach einer Quittung gefragt hätte… Und er meinte, dass er mal ein paar auf Vorrat ausfüllen könnte und diese an die Damen auf dem Parkplatz aushändigen könne – ich fand, dass das eine gute Idee sei!!!

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Soweit mein Bericht aus diesem Jahr – mal sehen, wie es im kommenden Jahr sein wird…???

Comments
5 Responses to “Modellbau West 2010 in Rheinberg”
  1. Julia sagt:

    Wow, wirklich schöne neue Produkte🙂

    Was gibt es denn so neues von der RC Hubschrauber Front? Ich habe gehört das soll es in nächster Zeit auch viele neue RC Modellbau Bausätze geben. Weis man da genaueres?

    In ein paar Jahren werde ich mir sicher auch mal eine Modellbau Eisenbahn zulegen.
    Gruß
    Daniel

  2. Sjaak van der Vrande sagt:

    Von diese club bin ich mitglied,das thema ist schön,die ausführung finde ich datiert,
    nicht von diese zeit,habe auch nicht mitgebaut.

    Grüsse
    Sjaak

  3. Wolfgang sagt:

    Hallo Stefan,
    danke für den Bericht, kann mich noch erinnern, die letzten 2 Jahren, da lief die Ausstellung noch unter „German-Rail 2009 Messe Niederrhein, Rheinberg, Hobbymesse für Modelleisenbahner und Modellautofreunde“. Schade dass nun eine Modellbau Messe daraus geworden ist …

    • eksnap sagt:

      Hallo Wolfgang,

      die German Rail hat bisher nur zweimal stattgefunden, nämlich 2009 und dieses Jahr, ist eine reine Eisenbahn-Messe und fand beide Male im Juni 2009 statt – ich habe letztes Jahr mit dem Bahnhof Altfeld dort ausgestellt.

      Die Modellbau West hingegen gibt es schon seit acht oder zehn Jahren und findet immer im November statt. Sie zeigt neben der Eisenbahn auch funkferngesteuerte Schiffe, Panzer, Lkw, Flugzeuge und Hubschrauber.

      Sind also zwei verschiedene Veranstaltungen!

      Gruß,
      Stefan

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