Weichenselbstbau – die elektrische Verdrahtung der Weiche

Im Jahr 1991 beschrieb ich in einem Sonderheft der „Spur-O-Lokomotive“ (Vereinszeitschrift der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Modellbahnbau Spur O e.V.) den Selbstbau von Weichen in Spur O. Dieses Sonderheft ist heute nur noch im Download (Klick auf das Titelbild öffnet das Sonderheft – 8 MB) erhältlich:

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Sonderheft der „Spur-O-Lokomotive“ zum Thema „Weichen“ – 1991

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Auf den Seiten 24 bis 34 beschrieb ich den Selbstbau von Weichen in Spur O.

 

Was ich nicht beschrieben habe, ist die elektrische Verdrahtung der Schienen. Das hole ich hier nun nach:

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Modelleisenbahnen, die mit elektrischem Strom betrieben werden, zeichnen sich dadurch aus, dass in der Regel die Schienen zur Stromübertragung genutzt werden. Bei Zweileiter-Modellbahnen werden die beiden Schienen eines Gleises mit der regelbaren Stromquelle verbunden, die Lokomotiven nehmen über Schleifer oder über die Räder die Spannung zwischen den Schienen ab und leiten den von der einen zur anderen Schiene fließenden Strom an den Motor. Wenn die beiden spannungsführenden Schienen leitend miteinander verbunden werden und in dieser Verbindung kein elektrischer Verbraucher angeschlossen ist, entsteht ein Kurzschluss – was immer zu verhindern ist! Das Prinzip gilt gleichermaßen für analog mit Gleichstrom oder digital betriebenen Modellbahnen.

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Schauen wir uns nun einfach mal eine Weiche an:

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So sieht eine Skizze einer einfachen Weiche aus. Um die elektrische Verschaltung besser darstellen zu können, lassen wir die Schwellen und die Radlenker einfach mal weg und betrachten nur noch Schienenprofile:

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Wer sich die Schienenprofile ansieht, erkennt, dass sich die Schienenstränge im Bereich des Herzstücks „kreuzen“. Hier besteht die Gefahr, dass hier ein Kurzschluss entsteht. Deswegen muss das Herzstück von der Weiterführung der Gleise abgetrennt werden. An den Positionen „A“ wird folglich die Schiene unterbrochen – dargestellt durch eine Unterbrechung der Schiene:

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Wenn wir nun eine Spannung an die Weiche anlegen, erhalten wir folgendes Bild:

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Das Herzstück wird bei der gezeigten Weiche durch die anliegende Zunge mit Strom versorgt. Wenn die Weiche also umgestellt wird, berührt die untere Zunge dann die blaue Backenschiene und der gesamte Herstückbereich würde mit der blauen Spannung versorgt.

 

Diese einfache Art der Verschaltung wird beispielsweise bei Weichen der Firma Peco angewandt. Allerdings gibt es zwei Probleme mit dieser einfachen Verschaltung:

1. Im Bereich der abliegenden Zunge liegt zwischen der Backenschiene und der abliegenden Zunge in wenigen Millimetern Abstand die volle Spannung an. Wenn hier nun ein Radsatz durchrollt, besteht die Möglichkeit, dass das Rad beide Schienen gleichzeitig berührt und somit ein Kurzschluss entsteht – der fragliche Bereich ist eingekreist:

 

2. Da der Herzstückbereich nur durch die anliegende Zunge mit Strom versorgt wird, besteht die Gefahr, dass bei einer Verschmutzung der Kontaktflächen das Herzstück und somit auch die Zungenschienen stromlos bleiben und die Weiche nicht mehr befahrbar ist.

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Um diese beiden Probleme zu umgehen bzw. abzustellen empfiehlt es sich, zusätzliche Trennstellen vorzunehmen (Position „B“ in der nachstehenden Skizze):

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Um die nun vom Herzstück abgetrennten Zungenschienen mit Strom zu versorgen und das Problem 2 (siehe oben) zu umgehen, werden die Zungenschienen mit den jeweils benachbarten Backenschienen durch einen Draht („S“) leitend verbunden:

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Wenn wir nun an dieser modifizierten Weiche die Spannung anlegen, dann haben wir folgendes Bild:

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Die Zungenschienen werden dauerhaft mit der Spannung der benachbarten Backenschiene versorgt – ein Kurzschluss durch ein Rad, welches abliegende Zunge und zugehörige Backenschiene gleichzeitig berührt, besteht nicht mehr. Allerdings muss der Herzstückbereich nun extern mit Spannung versorgt werden – die meisten elektrischen Weichenantriebe haben dazu eine Anschlussmöglichkeit.

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Soweit diese kurze Anleitung zur Verschaltung der selbstgebauten Weiche.

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