Behälter-Tragwagen BT10 auf Pola-Fahrwerk

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Nach Erscheinen der Lenz-Kupplung und Austesten derselben war mir klar, dass ich schnell meinen Güterwagenpark erweitern wollte. Also überlegte ich, eigene Güterwagen mit der Lenz-Kupplung auszurüsten. Als erstes dachte ich an die BieMo-Umbausätze, welche sich hervorragend für RaiMo-/Pola-Maxi-Modelle eignen und eine Kurzkupplungskulisse bieten. Aber welchen Wagen sollte ich umbauen? Der Om12 gibt es bereits von Lenz, da lohnt es sich nicht, den alten Wagen umzurüsten. Gleiches gilt für den G10. Der G20 von RaiMo/Pola-Maxi erschien mir zu unstimmig – denn er ist einiges zu lang – so dass ich mich an einen Umbau erinnerte, den die Deutsche Bundesbahn nach Ende des zweiten Weltkriegs vornahm: Aus G10 wurden damals unter Nutzung der Fahrwerke Behältertragwagen der Gattung BT10 umgebaut. Und was in Natura geht, sollte doch auch im Modell funktionieren!

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Der umgebaute und fast fertige BT10

Der umgebaute und fast fertige BT10

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Also wurde nach Vorbildfakten gesucht und das Fahrwerk von RaiMo/Pola-Maxi vermessen. Dabei zeigte sich, dass das Modellfahrwerk insgesamt zu lang ist. Macht nichts, denn das Fahrwerk muss sowie „auf die Kreissäge“, da ich den Umbausatz von BieMo verwenden wollte. Dadurch hat das neue Modell Federpuffer und eine Kurzkupplungskulisse samt NEM-Kupplungsaufnahme, in welche die Lenz-Kupplung hervorragend hineinpasst! Da die Kreissäge schon helfen musste, die Länge auf 170 mm anzupassen, wurde in einem weiteren Arbeitsschritt die Breite des Fahrwerks auf 52 mm reduziert.

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Das schmaler gesägte und gekürzte Pola-Fahrwerk

Das schmaler gesägte und gekürzte Pola-Fahrwerk

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Die alten RaiMo/Pola-Maxi-Radsätze sagten mir nicht zu, so dass ich mich für Radsätze von BieMo entschieden habe. Für die neuen Radsätze sah ich auch eine Lagerung in wartungsfreien POM-Lagerbuchsen, auch von BieMo vor. Für diese Buchsen müssen die Löcher in den Radlagern auf 3,5 mm aufgebohrt werden, danach können die POM-Buchsen eingedrückt werden und die Radsätze laufen leise und mit geringer Reibung.

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Der Umbausatz Pola kurz beinhaltet zwei Pufferbohlen, vier Federpuffer, zwei Kurzkupplungskinematiken samt NEM-Kupplungsaufnahme sowie zwei BieMo-Kupplungsköpfe. Die BieMo-Kupplung ist leider nicht kompatibel zur Lenz-Kupplung, so dass ich auf diese verzichten konnte. Nach Absägen der alten Pufferbohlen muss nun auf der Unterseite des Fahrwerks Platz für die Kinematik geschaffen werden. Hier werden nun die Stege und Halter, die im Weg sind, nach Bauanleitung entfernt und die Fläche geglättet. Da das Fahrwerk gekürzt wurde, muss auch ein Querprofil entfernt werden. Durch Anhalten der Kinematik ermittelt man schnell, was noch weggenommen werden muss.

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Frei gemachter Platz zum Einbau der Kulisse

Frei gemachter Platz zum Einbau der Kulisse

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Die neuen Pufferbohlen mit Kinematik werden nach Bauanleitung mit vier Schrauben von oben befestigt. Die dazu erforderlichen Löcher werden nach Einbauanleitung gebohrt und versenkt. Es sind aber entgegen der Bauanleitung nur die beiden äußeren Schrauben erforderlich – die anderen Schrauben würden durch den Ätzteilesatz verdeckt und ließen eine spätere Demontage zu Reparaturzwecken dann nicht mehr zu. Für die Federpuffer sind noch entsprechende Fräsungen an der Stirnseite des Fahrwerks vorzusehen, damit die Puffer auch einfedern können. Wenn die Anpassungsarbeiten erfolgt sind, können die Kinematiken und die Pufferbohlen montiert werden.

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Eingebaute Kulisse und Radsatz von BieMo

Eingebaute Kulisse und Radsatz von BieMo

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Für den Aufbau des Wagens habe ich einen Ätzteilesatz gezeichnet und von Jürgen Moog (Nullmobau) ätzen lassen. Nun wird vom Ätzteilesatz der Aufbau aus der Ätzplatte herausgetrennt und versäubert. Es werden 12 Teile abgeknickt und der Aufbau kann mit Sekundenkleber auf das Fahrwerk geklebt werden. Als nächstes werden die sechs Behälterschienen herausgetrennt und auf den Aufbau geklebt. Diese Schienen passen nur in einer Position und können einfach montiert werden. Die Bühne wird herausgetrennt und nach Anleitung gefaltet. Die beiden Grundplatten werden verklebt und anschließend kann die Bühne auf den Aufbau geklebt werden. Auch hier helfen Anätzungen und sorgen dafür, dass die Bühne in nur einer Position passt. Nun fehlen nach die Anschriftentafeln, die zwischen den Radsätzen hinter dem Fahrwerksrahmen geklebt werden. Zettelkästen und Bremsbedieneinrichtungen werden auch noch angeklebt, genau wie Ecktritte gegenüber der Bühne und Rangierergriffe.

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Aufkleben der Ätzteile auf das Fahrwerk

Aufkleben der Ätzteile auf das Fahrwerk

Aufgeklebte Ätzteile, die Fahrschienen fehlen noch

Aufgeklebte Ätzteile, die Fahrschienen fehlen noch

Die fertig gekantete Bremserbühne

Die fertig gekantete Bremserbühne

Aufgeklebte Bremserbühne

Aufgeklebte Bremserbühne

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Der Wagen könnte nun lackiert werden. Alles, Fahrwerk und Aufbau, werden Schwarz (RAL 9005) lackiert.

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Die Behälter werden einfach auf die Schienen gestellt. Die Befestigungselemente sind nur Attrappen, so dass die Behälter entweder mit Fotokleber (kann rückstandsfrei wieder gelöst werden) aufgeklebt werden können oder aber von unten angeschraubt werden.

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Alles in allem dauert der Umbau etwa 5 bis 6 Stunden, es handelt sich also um eine schöne Samstag-Nachmittag-Bastelei!

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Das fertige Fahrwerk vorm Lackieren

Das fertige Fahrwerk vorm Lackieren

Und mit aufgesetzten Behältern

Und mit aufgesetzten Behältern

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Materialliste bis hierhin:

  • 1 Fahrwerk mit 10 cm Achsstand von RaiMo/Pola-Maxi
  • 1 Umbausatz Pola kurz (Art.-Nr. 9001) von BieMo, In der Ziegelei 25, 55566 Bad Sobernheim
  • 2 Radsätze 21 mm (Art.-Nr. 8100) von BieMo, In der Ziegelei 25, 55566 Bad Sobernheim
  • 4 POM-Lagerbuchsen (Art.-Nr. 8101) von BieMo, In der Ziegelei 25, 55566 Bad Sobernheim
  • 2 Lenz-Kupplungsköpfe (Art.-Nr. 49010, Packung mit 10 Kupplungsköpfen)
  • 1 Ätzteilesatz BT 10
  • 3 Behälter

Soweit der aktuelle Bastelstand!

Doch es wird sich noch was ändern müssen, denn Lenz liefert mittlerweile das Fahrwerk des Om12 einzeln ohne Aufbau. Ich werde meine Ätzteile an dieses Fahrwerk anpassen, so dass der Umbau des Pola-Fahrwerks nicht mehr erforderlich ist und der Bau schneller vonstatten geht.

Weiter wird die Spurweite der Laufschienen, die sich nach den vorhandenen Behältern richtete, an das Vorbildmaß angepasst werden. Die vorhandenen Behälter haben leider nur ein sehr primitives Fahrwerk mit zu geringer Spurweite. Jürgen Moog hat mittlerweile einen Nachrüstsatz im Sortiment, mit dem die vorhandenen Behälter mit einem vorbildgerechten Fahrwerk mit funktionierenden Rollen versehen werden kann. Deswegen die Anpassung der Spurweite.

Mehr zu diesem Thema, wenn ich mit dem Bau weiter gekommen bin!

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  1. […] die Einrichtungen für den Behälter-Verkehr aufzubauen. Auf Fahrwerken des G10 wurde der BT10 (siehe meinen Bastelbericht zum BT10) aufgebaut und auf Fahrwerken des Gms30 (Oppeln) wurde der BT30 aufgebaut. Auch Fahrwerke des Gms31 […]



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