Mein Highlight auf der Intermodellbau 2012: Ein 3D-Drucker

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Ich weiß nicht, ob viele Spur Oer, die die Intermodellbau 2012 besuchten, “mein Highlight” überhaupt gesehen haben? Jedenfalls stand in Halle 3B am Stand H4 dieses hier:
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Ein 3-Drucker für zu Hause

Ein 3D-Drucker für zu Hause

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Was das ist? Nun, das ist ein einfacher 3D-Drucker der German RepRap Foundation! Dieses Gerät lief während meines gesamten Aufenthalts und “druckte” einen Schmetterling aus Plastik.
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Die Funktionsweise ist eigentlich recht einfach: In der Mitte hängt ein “Druckkopf”, zu dem ein weißer ABS-Strang hinführt. Das blaue Teil ist ein Kühler, denn in diesem Druckkopf ist so etwas wie eine Heißklebe-Pistole verbaut. Sprich, der ABS-Strang, der von einer Rolle kommt, wird hier geschmolzen und punktgerecht auf die grüne Platte aufgebracht. Um dem richtigen Punkt zu finden, kann der Druckkopf relativ schnell in zwei Achsen (hoch und runter sowie nach links und rechts) über den grünen Drucktisch bewegt werden. der grüne Drucktisch kann zusätzlich nach vorne und hinten verstellt werden, so dass das Bauteil (der Schmetterling) Ebene für Ebene gedruckt werden kann und dann nach oben “wachsen” kann. Das ist schon das recht einfache Prinzip dieses 3D-Druckers. Die Bewegungen des Druckkopfs und des Drucktischs werden mittels Computer gesteuert, allerdings ist, wenn ich die Homepage richtig verstanden habe, auch ein Offline-Betrieb mittels SD-Karte als Datenträger möglich.
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Dieser Drucker hat eine beste Auflösung von 0,1 mm! Das liest sich recht fein, aber je nach 3D-Modell kann man das auf der Oberfläche noch fühlen. Aber das muss nicht stören.
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Dieser 3D-Drucker ist erschwinglich

Dieser 3D-Drucker ist erschwinglich

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Dieser Drucker wird als Bausatz geliefert und konnte auf der Intermodellbau zum Sonderpreis von 749,- € erstanden werden. Der reguläre Preis beträgt 799,- €. Allgemein wird ein beheiztes Druckbett zum Preis von 149,- € als Zusatzteil empfohlen. Die ABS-Trommeln mit 350 bis 420 m ABS kosten zwischen 50,- und 75,- €.
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Wer sich für diese Technik interessiert, dem sei gesagt, dass auf der Messe auch ein Prototyp des Nachfolgers mit besseren Leistungsdaten zu sehen war. Zu diesem Nachfolger ist allerdings nicht allzuviel bekannt.
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Soweit der ausgestellte 3D-Drucker. Doch was ist unter “RepRap” zu verstehen?Der RepRap ist ein 3D-Drucker, der für das RapidPrototyping verwendet wird und alle Kunststoffteile seiner Bauteile auch selbst herstellen kann. Der Name RepRap steht für Replicating Rapid-Prototyper. Die Pläne für das Gerät und die nötige Software stehen unter der GNU General Public License und können deswegen von jedermann kostenlos genutzt werden. Seit 2006 hat sich hier eine Szene entwickelt, die beinahe im Jahressprung immer bessere Geräte hervorgebracht haben. Der aktuelle Leistungsstand war in Dortmund zu sehen!
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Wer sich für dieses Gerät interessiert, kann sich auf der Webseite der German RepRap Foundation informieren. Zum vorgestellten 3D-Drucker geht es hier: 3D-Drucker .
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Warum war das nun mein Messe-Highlight? Nun, ich finde diese Technologie faszinierend. Faszinierend ist auch das Stichwort, was zum ideellen Ursprung dieser Idee führt: Bei Star Trek gab es Replikatoren, die hier ideenspendend und beeinflussend waren. Ziel der RepRap Foundation ist es, irgendwann in jedem Haushalt einen 3D-Drucker stehen zu haben.
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Eine Anmerkung sei mir aber trotz meiner Begeisterung nach gestattet: Es gibt einige verschiedene RapidPrototyping-Technologien mit unterschiedlichen Ergebnissen. Die Firma Fasterpoly ist vielleicht manch einem Spur 0er aufgrund der Straßeneinsätze ein Begriff und nutzt eine andere Technologie mit deutlich anderen Ergebnissen. Derzeit ist es noch erforderlich, für jedes Einsatzgebiet die richtige Technologie auszusuchen. Dazu werde ich mich demnächst noch näher “auslassen”, denn das ist ein interessantes Thema! Ach ja, das von der Modellbahnwerkstatt gezeigte Gehäuse der V200.1/BR 221 ist auch im RapidPrototyping entstanden, aber in einer anderen Technologie als die hier gezeigte!
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Mein Fazit: Wer diesen Stand auf der Intermodellbau nicht gesehen hat, hat sicher was verpasst! Zu diesem Thema heißt es zumindest für mich, in der näheren Zukunft die Augen offen zu halten – ein eigener 3D-Drucker im Keller ist ein schöner Traum!
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Hier noch ein Link zu Wikipedia: RepRap bei Wikipedia 
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Comments
6 Responses to “Mein Highlight auf der Intermodellbau 2012: Ein 3D-Drucker”
  1. Reprapper sagt:

    Ich würd ja empfehlen auf reprap.org ins deutsche Forum zu schauen, es gibt noch einige andere Anbieter.
    Selbstbau ist auch für zirka 400 Euro möglich und man lernt viel mehr dabei!

    • eksnap sagt:

      Danke für den Tipp! Wobei der Preis weniger Thema ist, vielmehr die zu erreichende Oberflächenqualität samt Auflösung.

      Gruß
      Stefan

      • Reprapper sagt:

        Gerne, naja die Auflösung ist bei beiden Maschinen die gleiche, das kommt dann nur auf den Düsendurchmesser an.
        Die Grrf Maschine ist im Grunde ein Reprap der nur minimale Veränderungen aufweisst.
        Wenn jemand eine zuverlässige Maschine möchte die langlebigkeit kennzeichnet sollte sich nicht auf die Prusa Derivate einlassen sondern sich um den Original Mendel kümmern, dort ist alles kugelgelagert ( keine Lagerbuchsen ).
        Riemenspannung ist präzise einstellbar und noch zig mehr Vorteile. Der Aufbau schaut nur für einen Laien sehr komplex aus, der Prusa ( wie auch der Protos ) sind Verkaufsgetrimmt, was sich auch in der Qualität + Langlebigkeit wiederspiegelt.
        Aber nichts destotrotz toll das sich immer mehr Firmen für den 3D Druck interresieren.
        Ich denke da wird uns noch einiges erwarten.
        Der Artikel schien nur so als wären Grrf die einzigen, und der Satz sie wollen in jedem Haushalt einen stehen sehen…
        Naja das is das Ziel jeder Reprap Firma xD.
        Noch zu erwähnen sei der Makerbot Replicator, er schlägt zwar mit 2000 Dollar zu buche ist aber die am besten entwickeltste Prototyping Maschine die zur Heimanwendung geeignet ist.

      • eksnap sagt:

        Hallo Reprapper,

        danke für die Ergänzungen! Deine Tipps gefallen mir – mal sehen, was sich zu diesem Thema noch alles findet!

        Gruß
        Stefan

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  1. [...] verflüssigt und an den richtigen Stellen aufgebracht. Dieses Verfahren habe ich im April hier schon mal vorgestellt – auf der Intermodellbau stand solch ein FDM-3D-Drucker. Hier der erklärende Link: FDM bei [...]

  2. [...] Stefan Panske stellt auf seiner Website “Spur 0 – mein Hobby!” den 3D-Drucker der German RepRap Foundation vor, von dem wir hier im Vorfeld bereits berichtet haben. Stefan war ganz angetan davon und geht näher auf Details ein. [...]



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